Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 17
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hier im Kommentar zu D 14b 2). Vgl. auch Wi 11 eh. Taf. I, II, V, XIV.
Anderseits findet sich mehrmals in O, daß eine Jungfrau ihr Haar
unter einem Netz aufbindet (8a 1,10a2 bei Spangenb erg a. a. 0.)
Vgl. Hottenroth a. a. O. Abb. 53 Nr. 5, 6, 74 Nr. 8. Um so weniger
darf es uns wundern, wenn die Jungfrauen in der Freiburger Mün-
stervorhalle das Haar bald aufgelöst, bald gebunden tragen. Das
Schapel, in der Manessischen Hs. gewöhnlicher Haarschmuck der
Jungfrau, zeichnet in D 33 a nur heilige Jungfrauen aus, wie denn
überhaupt Schmucksachen der gemeinen bürgerlichen Tracht schmuck
dem Bilderwerk als nebensächlich fremd sind. Man sieht zwar in
D 9a 4, 9b 5, lla5 einen Goldreif, in 11 a 5 einen Fingerring, doch
nur als Repräsentanten der Morgengabe und der Gerade, in 81 b 4,5
Fingerringe und „Vorspan", doch nur weil der Text sie unter den
Gegenständen mit aufzählt, die der Mann ablegen soll, wenn er vor
seinen Herrn geladen ist.

Die männliche Haartracht kennt den Bart (Vollbart) nur jjJJJJS
als Alters- (und Juden-) Zeichen (Bd. I, Einleitg. 25). Das Haupthaar
fällt in dichten Büscheln der S-förmigen Locken tief über die Ohren
herunter, während vom Scheitel aus eine Lage schlichtgekämmter
Haare bis zur Stirn reicht (besonders deutlich in H, Kopp a. a. O.
60, 77, 78, 87, 98, 105, 118, 127, TD. III 1, 3, 4, 6, 8, 9, VI 7, VII 5,
VIII 5, 7, 8, IX 9, XI 2, 6, 7, 8, XIV 7, 8, 9 usw. Proben aus 0 in den
Anmerkungen des Kommentars zu D 6 a 6, b 2, 14 a 3, b 2, 21 a 1, 2,
27b 5, 37a 3 sowie bei Büsching, Wöch. Nachrichten Taf. zu
S. 3 Nr. 1—4, S. 6 Nr. 7—9,15, 16 und Spangenberg a.a.O., sum-
marischer beständig in D). Es ist dieselbe Frisur, wie sie etwa seit
1250 üblich wurde (Willeh. Taf. I—VI, XI—XIV, Köpfe von 2
Königs-Standbildern am Freiburger Münsterturm in Freib. Mün-
sterblätter IX 1913 Abb. 16, 17 [besonders charakteristisch!], ferner
die rhein. Skulpturen im Wallmf-Richartz-Jahrb.l 1924 Abb. 7,10,
13 [nebst Bemerkg. v. T. Kutter S. 88 N. 4], Grabplatte des
K. Rudolf v. Habsburg bei A. Schultz, Höf. Leben I Fig. 112,
v. Oechelhäuser, Min. II 397 nebst Taf. II, Glasgemälde zu
Königsfelden bei A. Schultz, Deut. Leben Taf. II). Sie kommt

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