Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 18
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amira1925bd2/0034
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
jedem ohne Standesunterschied zu, dem Bauern wie dem Edel-
mann, dem Eigenmann (TD. XVIII 6, 8, 9, D 40b 2, 4, 5, 44a 2) wie
dem Freien.

Die Hand zu bekleiden umgehen die Illustratoren in der Regel,
wie sie auch ihre Figuren nicht mit Schmuckgegenständen aus-
statten. Doch zeigt beim Text von Ldr.III 45 §8 D 44a2 ein Paar
Fäustlinge, 0 76b 3, 5 (bei Lübben S. 78) ein Paar dreifingerige
Handschuhe, H in TT). XXII 4 einenfünffingerigen und ein Paar
bei Ldr. III 69 (Kopp 122, TD. XXVI 5), während D 50a 1 dort nur
einen, dagegen in 81b 4, 5 zu Lnr. 73 zwei sehen läßt. Einen Ritter
in Lederhandschuhen s. in D 60 a 4. Sonst kommt ein solcher
Handschuh nur als Wahrzeichen vor (s. unten VII). Gewöhnlich
ist er von weißer Farbe und am langen und weiten Stulpen mit
zwei farbigen Querstreifen verziert (z. B. Kopp 78, 122). — Über
Handschuhe vgl. Heyne a. a. O. 300.

Ob die Kleidung, die der Mensch im Leben getragen, auch dem
Toten belassen wurde, muß bezweifelt werden. Zwar auf Bildern
wie D5b4, 5, 12a 5, 16a 3 sieht es so aus. Aber andere belehren
uns über eine gänzlich davon abweichende Behandlung von
Leichen. Gemeiniglich werden sie vollständig in weiße Tücher
eingewickelt, so daß höchstens das Gesicht frei bleibt, D6a4, 5,
12 b 3, 34 a 2, 35 a 6. H10a2 (TD. X 3) überliefert auch einen
Brauch, die in Tücher gewickelte Leiche mit farbigen Binden zu
verschnüren (vgl. TD. XII 2). Jene vollständige Verhüllung war im
MA. eine weitverbreitete Sitte, Schultz, Höf. Leben II 466,
v. Wolfskron, Die Bilder der Hedwigslegende 98, J. Strutt,
Angleterre anc. Taf. 7, 57, 66, Engl. Studien 1920 S. 20. Insbeson-
dere die Malereien der älteren thüringisch-sächsischen Schule
liefern zu den Darstellungen von D schlagende Seitenstücke,
Hasel off, Malerschule Taf. XVIII Nr. 37, XXVII. S. ferner die
Nachweise ebendort 132 f., außerdem aus dem Früh-MA. Utrechter
Psalter fol. 28 a (Faksim. in hat. Psalter in the Univ. Bibl. of U.
1874), Cod. Epternac. fol. 53 b (Jahrb. d. Rheinlande LXX Taf. V),
Cod. Egberti fol. 52b (bei Kraus, Min. d. Cod. E), Cod. Perizoni

18
loading ...