Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 24
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III.

STANDESTRACHTEN

Herrentracht 1. Durch sämtliche Hss. hindurch geht eine besondere Tracht
des Herrenstandes. Eigentlich besteht sie nur aus einem ein-

Dasschapei zigen Schmuckstück, dem Schapel (Bd. I Einleitg. 24, J.Grimm,
RAt I 335f.). D und W geben dieses als einen Goldreif zwischen
zwei zinnoberroten Linien, über dem sich drei dreiblätterige Blu-
men (Lilien ?) erheben. S. Beil. zu Taf. 97, 113, Kopp a. a. 0. II 23.
In 0 ist daraus eine Laubkrone geworden, wie sie sonst in dieser
Hs. der König trägt (Geneal.
370, ein Beispiel bei Bü-
sching a.a.O. Nr. 3). Eben-
so in W, wovon ein Beispiel
bei Grupen, Teut. Alterth.
Taf. 1 Nr. 6, 9. H dagegen
begnügt sich mit einer blo-
ßen Andeutung, einer Linie,
einmal auch einem unbe-
malten Band um das Haupt-
haar, worüber drei, seltener

, ., , . , . Abb. 2

vier dreiblatterige Blumen

oder vielleicht Kleeblätter (in H 26 b 2 vom Maler mit lichtgrüner
Farbe ergänzt!). S. Kopp I 66, 71, 74, 78, 80, 105, 118, TD. I 4, 5,
8, 11, 12, II 5—8, 10, 11, III 1—7, IV 2—8, V 1, 4—6, 8, 11, 12,
VI 3—8, VII 5, IX 3, 6, 8, 9 usw. Die Blumen oder Dreiblätter ver-
raten die Herkunft des Schapels vom Kranz. Vgl. A. Schultz,
Höf. Leben I 312, Hottenroth a.a.O. 210, 220, Heyne a.a.O.
320, v. 0 e ch e 1 häuser a. a. O. 397, Weinh o 1 d a. a. O. II 317,1387.
Am häufigsten trägt das Schapel der Lehenherr, z.B. D 7a 1—4,
8 a 2, 3, 27 a 5, 28 a 3, 30 a 4, 49 a 4 (nebst Beil. zu Taf. 97), 52 a 2,
3, 5, 57 a 2, 5 (nebst Beil. zu Taf. 113), 57b 3, 4, 58 a 4, 5, 65a (nebst
Beil. zuTaf. 129) usw. im Lnr. passim, H bei Kopp a.a.O. Aber auch
den Gutsherrn, Dienstherrn, Leibherrn macht es in seiner Herren-

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