Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 26
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Nürnberg (abgeb. im Wallraf-Richartz-Jahrb.l Abb. 4,6), auf Grab-
platten des 13. und 14. Jahrh. bei Aus'm Weerth, Kunstdenkm.,
Taf. L, Fig. 4, L II Fig. 2, XL II Fig. 2, L III Fig. 7, H e f n e r, Trach-
ten2, Taf. 157, 192, auf dem Ordensaltar des Schwanenordens in
St. Gumprecht zu Ansbach, abgeb. bei R. v. Stillfried, Alterth. u.
Kunstdenkm. des Hauses Hohenzollern NF. 1859 Nr. 23. Insbe-
sondere liebt es die christliche Kunst heilige „Ritter", wie z. B.
St. Georg oder Mauritius mit solchen Schapeln auszustatten.

Entspricht hiernach das Schapel als Abzeichen des Edelman-
nes der Wirklichkeit, so nicht auch die Vervollständigung
seiner Tracht in unsern Hss., wo er nicht in anderer Eigenschaft
HerrenWeider charakterisiert werden soll. Sie besteht in einem Rock von licht-
grüner Farbe und roten Beinkleidern (Kopp a. a. O. I 60,
71, 74, 77, 78, 105, D Beil. zu Taf. 97, Nr. 1, 2, 4, Taf. 113 Nr. 2, 5).
Dazu kommen in D gewöhnlich die oben 11 f. erwähnten gefen-
sterten S chuhe. Der Rock ist vom gleichen Schnitt wie in der
gemeinen bürgerlichen Kleidung, also in D (und W) kürzer wie in
H und 0. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß diese stereotype
Kleidung von dem Künstler der Hs. X erfunden wurde, weil er das
Bedürfnis empfand, den Edelmann von andern Personen mög-
Rittergürtei liehst deutlich zu unterscheiden. — Den Bittergürtel (cingulum
militare, Du Cange s. o.), auf den die höfische Gesellschaft jener
Jahrhunderte so hohen Wert legte (Tittmann I 264f., A. Müller,
Das cingulum militare 1879) zu zeigen, veranlaßt den Illustrator
von D 81 b 4, 5 nur der Lehenrechtstext. Erst in W11 a 2, 3 (Span-
genberg, Beytr. tab. IXa, Kopp a. a. 0. II 11) sieht man, wie er
im 14. Jahrh. getragen wurde. Vgl. Weinhold a. a. 0. II 284, Eich-
städts Kunst Taf. bei S. 76, 80, Götzinger, Reallexikon2 Fig. 74,
Aus'm Weerth, Kunstdenkm. Taf. VII 1, XLII 2, E. Heyck,
Deut. Gesch. II Abb. 187 u.a.m. auf den Taff. bei Schultz, Deut.
Leben.

Fürst und was von der Kleidung des Edelmannes und Lehenherrn im all-

Lehenherr

gemeinen, das gilt auch von der besondern des Fürsten und
obersten Lehenherrn. Sie beruht größtenteils auf subjektiver Er-

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