Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 32
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in d Damit könnte es zusammenhängen, daß die Hs. D ein ganz an-
deres bäuerliches Kostüm bietet. Es ist einer der wenigen Gegen-
stände, die in dieser Hs. durchgängig eine bewußt selbständige Be-
handlung erfahren. Stets der nämliche dicke Stoff von der näm-
lichen Farbe, dunkelbraun wie die Franziskanerkutte, daraus ein
weiter gegürteter Rock mit weiten bis über den Ellenbogen bau-
schigen Ärmeln und noch dunklere, fast schwarze Beinkleider und
schwarze geschlossene Schuhe: so treten alle die auf, die nach
Wortlaut oder Zusammenhang des Textes Bauern sind, D 49a 4
(nebst Beil. zu Taf. 97), 8 a 1, 17 a 1, 30 b 5, 31 a 1, b 1—4, 32 a 2, 4,
b2—4, 33a 1, 37a 5, 39a 4, 41b 3, 43b 3, 51b 3, 4, 52b 4, 5, 54b 1,
55 b 3,4, 56 a 1, 85 b 1,2, 90b 3, 91 a 4, daher auch der Landsasse (44 a
2), der Pfleghafte 44 a 1 (anders 4b 1, a 6, dazu meine Erörterung in
Zschr. f. RGesch. 1907, S.436L), der Bauermeister 4b 1, 8al, 17al,
25 a 3, 4, 49 a 3 (nebst Beil. zu Taf. 97), 52b 5, 54b 2, 90b 1, 2, und
alle, die dem Maler als Bauern gelten wie die Zinsleute 16 b 2—6,
33 a 2, 7, b 4, die ländlichen Arbeiter 29 a 4, 49 a 6, das Gesinde
auf einem Gehöft 10a 4, 5, 77b 2, der Eigenmann 8b 1 und so denn
auch der unfreie Arbeiter (tageworchte) 44 a 2, aber auch der „ge-
korene" Gogreve 17 a 2, 3, 21b 5, 6 und, weil sein Hauptrepräsen-
tant der Bauer, überhaupt der heerschildlose Mann 9b 4, 12a 1,
57a 2—4 (nebst Beil. zu Taf. 113), 77a 2, und demgemäß auch der
Dienstmann 53 a 5. Eine besondere Haartracht ist bei den deut-
schen Bauern nicht zu beobachten, während der oben angeführte
Landfrieden auf Haarkürzung besteht und Seifried Helbling
den Sachsen und Thüringern kurzes Haar als volksüblich zu-
schreibt (III 219-224, XIV 181).
wenden Anders bei den Wenden, die sich der Künstler von X ebenfalls
als Bauern gedacht hat. Bauern slawischen Stammes konnte er ge-
nugsam aus eigener Anschauung kennen. Sowohl in H wie in D
zeichnet sich nun der Wende durch das bis zu den Ohren kurz-
geschnittene Haar aus. In H 24a 4, 5, bl (Kopp 123, TD. XXVI 8
—10 nebst Farbent. Nr. 22, wo freilich die Farbe viel zu tief), 24 b 2,
25 a 1 (TD. XXVII1,5) erscheint er im gleichen Rock wie der deut-

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