Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 43
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staufischen Schatz stammende und noch heute in Wien befindliche
goldene Plattenkrone mit dem Bügel (arcus) und dem Kreuz auf
der vorderen Platte, oft abgebildet, z.B. in Farben bei Fr. Bock,
Die Kleinodien des h. röm. Reichs Taf. I, Hottenroth Taf. 13, in
vorzüglicher Badierung von Unger bei Qu. v. Leitner, Die
Schatzkammer des Habsb. Kaiserhauses Taf. 84, in Lichtdrucken
bei G.V.Schlosser, Die Schatzk. des allerh. Kaiserh. Taf.VIII
—XII, und einläßlich beschrieben von Bock a.a.O. 8—12 und
in Mittheil, der Centr. Com'm. 1868 S. 44—50 sowie von Hotten-
roth 471—473. Ursprünglich fehlte der Bügel. Seitdem er hinzu-
gefügt war, wurde er mehr und mehr für charakteristisch erachtet:
keyser Carls gülden kröne mit dem bogen und creuz, sagt Karl IV.
in seiner Empfangsbestätigung v. 1350 (Pfeffinger, Vitriarius
illustr. 1872) und schon in der 1. Hälfte des 12. Jahrh. hatte sich
Honorius Augustodun. in seiner Gemma animae 1224 mit der
Symbolik des „Bogens" befaßt. Aber nicht nur eine der Speierer
Grabkronen ist trotz ihrer sonstigen Boheit mit ihm versehen,
sondern auch schon die Kronen Karls d. Kahlen in der Bibel von
St. Paul, Heinrichs II. in Clm. 4456 fol. IIa (abgeb. bei Hefner,
Trachten Nr. 48, Heyck, Deut. Gesch. I Nr. 205 u.s.o.) u. Kon-
rads II. auf Wandgem. (ca. 1031) im Dom zu Aquileja (abgeb. bei
Lanckoronski, Der Dom zu A. Taf.XIV) haben den Bügel. Von
der kaiserlichen Krone nun unterschieden schon die Zeitgenossen
unserer Hss. neben der lombardischen die deutsche Königskrone
(Pfeffinger a.a.O. 906ff. nebst Glosse zu Matthaeus Paris.
hist.Angl. ed. Madden Bd. III 88 n. 2). Die zu Aachen auf der Beli-
quienherme Karls d. Gr. erhaltene ist wohl die 1262 von K. Bichard
gestiftete (Quix, Cod. dipl. Nr. 92) und besteht aus einem ver-
goldeten Beif aus Silber, überhöht von vier fast senkrecht auf-
stehenden heraldischen Lilien, deren vordere ein gleicharmiges
Kreuz trägt, das Ganze überspannt von einem Bügel, der im
14. Jahrh. hinzugefügt wurde. Gute Abbildungen findet man bei
Aus'mWeerth, Kunstdenkm. Taf.XXXIX2, Bock a.a.O.Taf. IX,
Hottenroth Tal 15, Beschreibungen bei Bock 39—46, Aus'm

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