Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 64
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chen die Stola, soweit sich aus dem einen Beispiel H18a3 (TD.
Farbent. Nr. 3) ein Schluß ziehen läßt. Doch gibt es in H 21 a 1 an-
statt der Alba eine gelbe, ja sogar eine dunkelrote Tunika. In O
17 a 3, 74 a 4, 78 b 1—4 ist die Alba am vordem Rand stets mit einer
rechteckigen Parure besetzt (über diese s. Braun a. a. O. 81).
In bezug auf die Beinbekleidung und die Kasel herrscht die
größte Mannigfaltigkeit. In O geht der Bischof in sandalenartigen,
in D in ausgeschnittenen Schuhen. Die Kasel kommt in sehr ver-
schiedenen Farben vor, selbst da, wo mehrere Bischöfe gleich-
zeitig nebeneinander stehen, z. B. in H 22 a 3, wo von 2 Erzbischöfen
der eine eine grüne, der andere eine gelbe Kasel, jener ein gelbes,
dieser ein grünes Untergewand trägt, oder in D 47 al, wo die Ka-
sein von 3 Bischöfen zwischen grün, rot und graublau, die Dal-
matiken zwischen rot, graublau und rot wechseln, in 47 a 3 wo ein
ähnlicher Wechsel bei 4 Bischöfen. Man sieht deutlich, es kam den
Malern nur darauf an, durch den Farbenwechsel die Figuren
scharf zu unterscheiden. Das Pallium, das in H der Erzbischof
über der Kasel trägt, ist wieder rot wie das des Papstes, diesmal
bald ring- bald kreuzförmig gemustert. Selbst der Krummstab ist
nicht immer von der gleichen Farbe, zwar in D golden, dagegen
in H auf einem und demselben Bild (22 a 3) bald gelb, bald grün.
Über seine Gestalt s. Bd. I Einleitg. 17.
Bischöfliche j)j[e Haustracht, worin der Bischof außerhalb seines geist-

Haustracht '

liehen Geschäftskreises, vornehmlich als Erteiler oder Empfänger
von Lehen erscheint, unterscheidet ihn nicht wesentlich von jedem
andern Edelmann. Deswegen bedecken die Bildner auch in diesen
Fällen sein Haupt mit der Mitra, die aber nur subjektiv symbo-
lisch gemeint sein kann wie der Krummstab, den ein Zeichner ein-
mal beigibt. Der zur Haustracht gehörige Rock verkürzt sich in
D stellenweise wie bei der gewöhnlichen bürgerlichen Männerklei-
dung. M.s.D47a4,5, 61b 4, 62 a 1,2, 63a5, 73b2, 74b4, 76b3,
H 4a 1, 2 (Kopp I 77), 21 a 3—5, 24b 5 (TD.XIII 6—8, XVII 4). Und
auch da wechseln wieder die verschiedensten Farben, wiewohl
D rote Röcke und gelbe Beinkleider wenigstens bevorzugt. Nur

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