Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 68
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gartener Liederhs. (Bibl. des Lit. Ver.V38, 53, 89, 125, 132, 144)
aus weißem (dazu s. Schultz, Höf. Lebenil 12). Die Fessel ist
am Scheidenmund befestigt, bleibt deswegen an der Scheide
hängen, wenn der Ritter sich des Schwertes samt der Scheide ent-
ledigt. Dann wird sie, wie man das auch auf andern Monumenten
sieht, spiralisch um die Scheide bis in die Nähe der Spitze herum-
geschlungen, so gewöhnlich, wenn dem Grafen das Schwert als
Wahrzeichen seiner Gerichtsgewalt dient, aber auch bei anderen
Gelegenheiten, wo es samt der Scheide in freier Hand gehalten
wird wie in H11 a 4 (TD.XIll 4), D 10b 2—4. Vgl. die Stifterstatuen
im Dom zu Naumburg, ferner Camesina a. a. 0. XV, XXIV, XXV,
Essenwein a.a.O. LXX1,3, H.Luchs, Schles. Fürstenbilder
Taf. 14, 24, 28, v.Wolfskron a.a.O. Nr. 2, 11, 22 (daraus Hot-
tenroth Taf. 5). In der Maness. Hs. freilich hängt die Schwert-
fessel fast immer lose an der Scheide, so z.B. Kraus, Min. Taf. 1,
15, 28, 42, 45, 48, 51, 55 usw., eine Ausnahme Taf. B. Das eine
Ende der Schwertfessel spaltet sich in zwei schmale Riemen, die
durch einen Schlitz am andern Ende durchgesteckt und dort ver-
knotet werden können, H 12 a 6, b 1, 2, 29 b 1 (TD. XIII 5—7, XXXII
3), 0 45al (schlechte Abb.bei Grupen, Teut. Alterth. 32). Be-
sonders dienlich zur Veranschaulichung dieser Einrichtung sind
Willeh. Taf. 11—3, II 1, 2.
Die Lanze Die Lanze als Trutzwaffe auf der Heerfahrt kommt in den Hss.
so selten vor, daß sich ein sicheres Urteil über ihre Beschaffenheit
kaum gewinnen läßt. Ist sie nicht bloß angedeutet wie in TD. 2 a 1,
so hat der Schaft erheblich mehr als Pferdelänge wie in TD. XV 6
(auch XIV 1). Er ist gelb angetuscht, das will sagen, von Holz. Am
obern Ende sitzt das in H schmale, in D viel breitere Speereisen,
dort fast messerförmig oder eine kurze Spitze, hier blattförmig
ohne Knebel. S. D 58a 1. In O 62b 4 ist eine gebartete Lanzenspitze
angedeutet. Die Tülle ist von den Zeichnern vernachlässigt wie
auch sonst oft genug von der Buchmalerei jener Zeit. Von dieser
Lanze zu unterscheiden ist die beim Tjost gebrauchte, wie man
sie in D13b2 und besser in 0 23bl sieht. Bei ihr nimmt das

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