Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 71
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Schild haben in D 13b 2, O 23b 1 die gegeneinander ansprengen-
den Ritter am 1. (in der negativen Zeichnung von 0 scheinbar am
r.) Arm. Ebenso die zum Turnier reitenden in H 11 b 5 (TD. XII 8),
D 35 b 5, 0 62 b 4,5 und der reitende Inhaber des „Schildlehens" in
D 90 b 3. Es führen ihn auch zu Fuß die eine Burg berennenden und
verteidigenden in H 26 a 4, 23b 3 (TD. XXVIII 9, XXVI 2), D 52 a 4,
O 86b 2. Der Schild ist gewöhnlich der in seiner Entwicklung be-
griffene flache Dreieckschild (Bd. I Einleitg. 12), eine Form, die
seit der Mitte des 13. Jahrh. vorherrschte. S. v. Berchem, Siegel
Abb. 31, 36, 46, 56—64, 77, 79, 84—87, 89, 98, 99, 104, 112, 114,
G.Seyler, Gesch. d. Siegel Fig. 21, 24, 26—28, 44, 45, 49, 56, 78,
86—89, 91, 92, 94, 102, 126, 129, 130, 133, 205, 212—219 usw.,
v. O echelhäuser a. a. O. 387, Cod. Balduineus bei Irm er, Rom-
fahrt Taf. 10, 13, 14, 18—30, Luchs a. a. O. Aber daneben erinnern
noch einige, zum Teil verständnislose, Zeichnungen in H 2a 1, 24b
3, 25 a 3, bl (TD. II 1, XXVI 2, 7,10), D 51bl, 0 85 b 3 daran, daß
der Künstler von X auch noch den gewölbten normannischen
Schild berücksichtigt hatte. Er hatte ihn in seinem Muster, der
Willehalm-Hs. neben dem Dreieckschild vor sich gesehen (Willeh.
Taf. VII—XII, anderseits I, XV—XVIII, wozu noch zu vgl.
v. Mayer, Herald. ABC-Buch Taf. XXXVI 2, 4). Dreieckschilde
aber sind ferner die „Heerschilde" in Hla2 (TD. I 2), D57al
(Beil. zu Taf. 113), 4b 5, 6, 66a 3, 0 7b 4, 5 (bei Spangenberg
tab. VII), die der Illustrator buchstäblich sich als Schilde denkt,
und ebenso sämtliche Wappen. Denn zu seiner Zeit war der Schild
des Ritters längst nicht mehr bloß Schutzwaffe, sondern „Wap-
pen" im heraldischen Sinne wie die erhaltenen Schilde in der Elisa-
bethkirche zu Marburg (herausg. v. F. War necke, Die herald.
Kampfschilde in der El. K. zu M. 1884). So sind auch die von Rit-
tern getragenen Schilde in unsern Hss. in der Regel heraldisch
bemalt: H22b6 (TZ). XXV 3), la4 (TD. I 6, farbig bei Kopp 164),
5, 23b 3, 26 a 4 (TD. I 8, XXVI 2, XXVIII 9), D 74 a 5, 73 a 2, 99 b 3,
O 62b 4, 5, 23b 1. An der Rückseite des Schildhauptes befestigt ist
die „Schildfessel", der Riemen, womit man den Schild an den Hals

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