Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 72
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oder Arm hängen kann, und an einigen der angeführten Stellen
bemerken wir, wie der Schild so getragen wird, wenn ihn sein
Herr nicht zu seinem Schutze braucht. S. auch H5a3 (Kopp 78).
Das Vorhandensein eines Armgestelles ist zu erschließen. Es zu
zeigen fehlte den Künstlern die Gelegenheit. Buckel fehlen stets.
Metallbeschläge nimmt man nirgends wahr.
Der Heim Der Helm ist der bekannte Topf heim oder das „Helmfaß" nach
dem Modell, wie es durch die noch erhaltenen Helme bei J.v.
Hefner, Die Burg Tannenberg Taf.X CD, W.Boeheim, Waf-
fenk. Fig. 7, Essenwein a. a. O. LXX 4 repräsentiert wird: in sei-
ner unteren Hälfte weiter, in seiner oberen sich verjüngend und
mit einer wagrechten Fläche oder auch (in H) kegelförmig ab-
schließend, vorne über das Kinn, hinten bis ins Genick hinab-
reichend, in der Mitte der Vorderseite von unten bis oben ein vor-
getriebener Grat, der mit einer Spange beschlagen, die Seitenränder
in einer Bogenlinie ausgeschnitten, so daß der Helm auf den Schul-
tern des Mannes aufsitzen kann, vor den Augen zu beiden Seiten
der soeben erwähnten Spange ein Sehspalt und unterhalb des-
selben Luftlöcher. So sieht man den Topfhelm am vollständigsten
gezeichnet in 0 23 b 1, 62 b 4, minder genau in D 49 b 3, 52 a 4, 90b 3
und noch flüchtiger in D 10b 2, 13b 2 und nach H in TD. XII 8,
XXVI 2, XXVIII 9. Vergleicht man ihn mit den Helmen in Wille h.
Taf. I, XI, XII einerseits und den Visierhelmen im Cod. Balduin.
bei Irmer a. a. 0. 10, 13, 18, 21, 28, 30, so ergibt sich für ihn eine
zeitliche Mittelstellung. Nicht mehr steigt sein Oberteil zylindrisch
auf bis zur wagrechten Deckplatte wie in der Willehalmhs., und
noch nicht schließt er oben halbkugelförmig ab wie gewisse
Helme im Cod. Balduin. Soweit die Färbung des Helms ein Urteil
über seinen Stoff gestaltet, ist er in der Begel aus Eisen. Doch ver-
dient es vielleicht Beachtung, daß in H IIb 5 (TD. XII 8) der Vor-
derteil des Helms weiß gelassen, der obere und rückwärtige Teil
gelb getuscht ist. Da gelb nicht nur Gold, sondern auch Holz aus-
drücken kann, so ließe sich denken, daß bei diesem Helm der
rückwärtige und obere Teil aus Holz gearbeitet sei, da es solche

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