Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 83
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XVI 2—5, 8, 9, XVII 6, 7, XXII10 usf. Darin spricht sich die recht-
liche Stellung aus, die im Prozeß seit der fränkischen Zeit die
Partei zum Gericht einnimmt. Den Richter muß sie bitten, ihr zu
ihrem Recht zu verhelfen, und von ihm empfängt sie, wenn auch
nach Urteilen, Refehle. Auch darin aber spricht sich der Übergang
des Prozesses in ein wesentlich gerichtliches Verfahren seit jener
Zeit aus, daß man den prozessualen Eid vor Gericht stehend leistet,
z.B. D9al, 12b 4, 13a 5, 14b 3, 18b 1, 19 b 4, 20 b 1, 2, 22 b 5, 23a 3,
b 4, 30 b 4, 35 b 4, 36 a 4, 40 b 2, 3, 5, H in TD. VII 8—10, XI 1, 2,
XII7, XIII 4, XVII 6, XVIII 3, O 10b 2, 3, 17 a 1, 26 a 1, 34b 1, 37a 3,
38b 3, 39b 2, 45b 2, 47a 1,2, 48b 1, 51a 2, 52a 2, 66b 2, 67a 4, 71b

1, 73 a 4. Und im übrigen leistet man einen Eid stehend, von dem
Fall der Satzung (unten 90f.) abgesehen, gegenüber dem, der ihn
nehmen soll, z.B.D6a6, 12b2,16b2, 19b 1, 4, 32 b 3, 35a2, 46a2,
52b 3, 58b 3, 60b 3, 61 b 1, 62b 1, 64b 2, 0 57b 1,3, 63b 1, 77b 4,
H in TD. VIII 8,10, XVII 4, XVIII 7, II 8, III 1. Beim Gerichtszeug-
nis steht der Landrichter seinen Gehilfen gegenüber D 6 b 1—3, 55 a

2, HinTD.XXXI 9, O10b4, IIa 1,2, desgleichen der Bauermeister
D8al, 0 13al (Faks. bei Büsching a.a.O. Nr. 7), der Fronbote
D 27 b 1, 2, H in TD. VII 6, 7, O 47 a 1, 2. Es muß auffallen, daß bei
allen diesen Eiden die Schwörenden stehen, da sie nach schrift-
lichen Quellen sächsischen (und niederfränkischen) Rechts knien
sollten, Homeyer, Richtsteig 456, Planck, Gerichtsverf. II 33,
Fruin, De oudste Rechten der Stad Dordrecht II 292. Allein neben
dem christlichen und also jüngeren Zeremoniell hat sich das ältere,
beim Eid (== „Gang", K1 u g e, Et. Wb. s. v., T a m m, Et. suensk Ordb.
1119, Falk u. Torp, Norweg. dän. et. Wb. 1179) zu stehen, er-
halten, wie oft genug, u. a. gerade auch in Meissen'schen Landen
bezeugt ist, Freiberg. Stadtr. XXIX 5, in Franken, Zenten I 55,116,
117, 207, 208 u. dgl. m.

2. Das Treten und Stehen Mehrerer hinter- oder neben- Nhfnet^
einander. Sicher ihre festen Regeln hatte einstmals die Aufstellung andertreten
des Zeugenführers und seiner Gehilfen (Zeugen) bei einem mit Inbs^esE°^re
„Zeugen" zu erbringenden Beweis, wenn auch die Gebräuche in

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