Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 96
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in D meist niedrig, in H meist hoch, so daß es für rundbogige
Schlitze, kreisrunde Öffnungen und Rosetten Raum bietet — D 4a 5,
6 (nebst Reil, zu Tai 7) b 1, 8 a 4, 9 a 2, 3, 12 a 2, b 4, 5, 15 a 2, 29b 3,
4, 30a 2, 34b 2, 38b 1, 3, 4 usw., H in TD. VII 6—10, X 3, XI 1, 2, 6,
XII 7, XIII 2, 3-7, XV 4, 5, 7, XVI 1-9, XXII 1, 10, XXXI 7 u.
dgl. m. H stellt einigemal neben den kubischen Sitzkasten noch
zu beiden Seiten je eine Säule auf das Podium, die das Sitzbrett
mit zu stützen hat TD. V 1, 7, 10, 12, VI 6, XXVI 8—10. Anderseits
baut D gewöhnlich das Podium zu einem architektonisch geglie-
derten Podest aus, der seinen Farben nach wohl als steinern zu
denken wäre, 19b 1, 3, 4 (nebst Reil, zu Taf. 38), 8b 5, 9b 5, 13a 5,
b'5, 14a 3, 4, b 2—5, 15 a 3, b 4, 16 a 3, 4, 17a 1—3, 18a 1—3, 5,
b 1—4 usw. Der einfache Sitzkasten muß meistens auch in O dem
Richter genügen, z. R. 7a 3—5 (bei Spangenberg,Beytr. tab. VI)
24a 1 (beiLübben 26), 10b 2, 5, 24b 3, 36b 2, 43b 1, 47b 2, 50a 3,
65 a 2 (alle unten im Kommentar zu D 6 a 6, b 2, 10 a 4, 21 a 2, 25 a 2,
27b 5, 29b 3, 37a 3), 25 a 2, 26a 3, 32a 1, 2, b 2, 36a 1—4 u. dgl. m.
Aber auch diese Hs. ersetzt oftmals das Podium durch einen Podest
und geht in dessen architektonischem Aufbau und spielerischer
Ausschmückung bis zum Phantastischen. M. s. z. R. O 14a2 (bei
Rüsching a. a. O. Nr. 6), 17a 1 (Fig. 6), 14a 1, 34a2, 35a 1.
Hiernach gewinnt es den Anschein, als sei der Richterstuhl schon
im MA. gerade durch seine Erhöhung ausgezeichnet gewesen, wofür
auch andere Zeugnisse sprechen, H. G. Gengier in Zschr. f. deut.
Culturgesch. II 1874 S. 652 und besonders die Min. in*Görl. Hs.
77b und die in Stab. Anh. 18, 22, 40-43, 57, 102, 104, 105 ange-
führten Stücke. Und nicht dagegen würde es sprechen, wenn der
Sitzkasten bankartig in die Länge gezogen ist, um neben dem Gra-
fen noch für den Schultheißen Raum zu schaffen wie in O 7a3
(bei Spangenberg a. a. O.), 31 al, 2, 81b 1, 84a3, D 4a5, H in
TD. XXIV 1, XXVI 51). In BD ist regelmäßig der Stuhl des Land-
richters samt dem Podium grün bemalt; D läßt den Sitzkasten un-

*) Vgl. den Gegensatz „Richter auf dem Stuhl, Scheppen auf der Bank" bei Kühns
Gerichtsverf. II 69 Nr. 129.

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