Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 100
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Taf. 10—20, dann Taf. 25, 32, 33, 39, II Taf. 3 Nr. 6, F. Philippi,
Siegel Taf. III 14. Auch im Auslande liebten es die Künstler nicht,
um des königlichen Thrones willen sich in höhere Kosten zu stür-
zen, wie bei J. Strutt, Angletere anc. die Taff. 36, 48, 49, 56, 57,
58, 61, 67 oder Cgallm. 16 (um 1350) fol. 36a, 74b, 82a beweisen,
des mschofs — Die Subsellien der Geistlichkeit, selbst des Papstes und des
Bischofs vernachlässigt H vollständig, so wie Willeh. die Sub-
sellien aller sitzenden Figuren. D und O bilden auch sie nach dem
Kastentypus, D 4a 3, 5, b 1, 42b 3, 45a 8, 46a 2, 3, b 6, 48a 3, 50b 5,
O 7a 1, 2 (bei Spangenberg a. a. O.). Dies muß auffallen, weil
die gewöhnliche Form des Sitzes für einen Bischof oder Abt der
Faltstuhl war, F.Philippi a.a.O.IX12—17, XI, 10, 11 Cod. dipl.
Sax. Abt. II Bd. 2 Taf. I 2, 6, 7, II 1—7, 9, Bd. 1 Taf. I 1, Posse,
Die Siegel der Erzbischöfe v. Mainz (bis in die 2. Hälfte des
14. Jahrh. mit wenigen Ausnahmen), Westfäl. Siegel Bd. II 1 (des-
gleichen), III (desgleichen) entsprechend liturgischen Vorschriften
wie in H.A.Daniel, Cod. liturgicus I 254, 235, 241, 243, 252, 282,
283 (s. auch Du Cange, s. vv. Faldistorium, Cliothedrum. Das
Kastenschema findet auf solchen geistlichen Siegeln nur sehr selten
Verwendung, z. B. Cod. dipl. Sax. Abt. II Bd. II Taf. I 5, Philippi
a. a. O. Taf. IX 11, Posse a. a. O. Taf. III 5, V 3, XI 7. Man sieht
also doch, wie wenig es in solchen Dingen den Illustratoren immer
auf genaue Wiedergabe der Wirklichkeit ankam,
stuhi des Demnach wird man auch seine Zweifel haben dürfen beim An-

Fronboten

blick des Stuhles, worin in 0 80 a 2 der Fronbote installiert wird.
Es ist ein gotischer Sessel mit Bückwand und Wangen, während
D 46 b 1 an der entsprechenden Stelle nur einen einfachen Sitz-
kasten gibt. Er wiederholt das Modell des ihm gegenüberstehenden
Grafenstuhles, dem D den oben 97 erwähnten Bauernstuhl sub-
stituiert. Die Bilder von Gerichtssitzungen in Liegn. Hs. I 90b,
II 43a, 491a, in Görl. Hs. 77b und in Steinb. Hs. 85b gestatten
dem Fronboten überhaupt keinen Platz unter den im Gericht
Sitzenden. Auf dem zuerst und dem zuletzt Angeführten steht er
außerhalb der Schranken. Nach dem Ldr.-Text III 56 §1 kann er

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