Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 110
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amira1925bd2/0126
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
dort genannten Siegel, eine Menge von Königsfiguren auf Hofge-
richtssiegeln von 1332—1442, Posse a. a. O. I Taf. 51 Nr. 6, II
Taf.2Nr. 3,4, 5 Nr. 1,2, 9Nr.l,2, 11 Nr. 1,2, 16 Nr. 3, 4, 18 Nr. 5, 6,
24 Nr. 3,4, 63 Nr. 5, IV Taf. 74 Nr. 10, 75Nr.l, der Graf Raimund VI.
v. Toulouse (a. 1228) auf seinem Siegel in Chroniqueurs de Vhist.
de France II 280, ferner der Bischof von Würzburg auf seinem
Landgerichtssiegel v. 1271 (Seyler a.a.O. 340) und noch um und
nach 1550 der Abt von Kempten auf Miniaturen seiner Landge-
richtsbücher, die noch darum besonders bemerkenswert, weil der
Abt das auf seinem Schoß liegende Schwert halb aus der Scheide
gezogen hat (Katal. des baier. Nat. Mus. VII Nr. 11, 12 nebst
Abb. 57). Immerhin bestanden in bezug auf diese Schwertsymbolik
örtlich verschiedene Regeln. Im Fehmgericht, im Halsgericht zu
Zerbst, und im Herforder Vogding unter Königsbann, ferner im
Heerlager, sowie in schweizerischen Landgerichten mußte das
Schwert auf dem Tisch vor dem Richter liegen, P. Wigand, Das
Femgericht 364, K. Hoede, Die sächs. Rolande 56, Herforder
Rb. c. 18, Reuterbestallung a. 1570 art. CXXIX, Osenbrüggen,
Studien 279. Und wenn sowohl auf dem S. 88 angeführten Relief
zu Heda wie auf der S. 86 genannten Brünner Miniatur und in der
Steinb. Hs. fol. 85 b der sitzende Richter das Schwert zwischen
seinen verschränkten Beinen hält, so entsprach auch dies, obschon
seltsam genug, einem nachweisbaren Rechtsbrauch, Weist. III 601,
602 (Kampfgericht in Franken), Dreyer, Sammig. verm. Ab-
handlgg. 203. Stehend schultert der Burggraf als „Roland" zu Halle
das bloße Schwert. (Heldmann, Rolandsbilder 62ff., Rolands-
spielfiguren 115ff.). Solche Verschiedenheiten kommen dem künst-
lerischen Bedürfnis nach Abwechslung entgegen, welches die Zeich-
ner der Ssp.-Hss. antrieb, den Richter mit der Art, wie er das
Schwert hält, wechseln zu lassen. Öfters hält er es über seinen
Schoß, D12a2, 14 a 2, b 3—5, 15 a 1, b 4, H in TD. XI 6, 0 26 a 3,
27 a 3, 32 a 2, b 3, 36 a 2, 37 a 1 u. dgl. m. Meistens schultert er es,
z.B. in D13b5, 14a 3, 4, 15a 2, 16a 3, 18a 1—3, 34b 1,2, 35 b 4,
36b 1, H in TD. XI 2, XII 7, XIII 2, 5-7, 0 24b 3, 4, 26a 1,2, b 1^

110
loading ...