Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 112
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ihren Münzen in Berliner Blätter für Münz...künde Taf.XXXIX
5, 7, 9, 10, XLIII1, 2, 3, 5, 8, 12, 19, 21, Würzburger Bischöfe als
Herzoge in Ostfranken auf ihren Grabmälern bei [Henner] Alt-
fränk. Bilder 1898 S.ll, 12, 1900 S. 4, 1901 S. 12, 1904 S. 14, 1905
S.14, 1913 und 1917 Umschlag1), ebenso aber auch andere Bi-
schöfe, wie z. B. in P o s er n- K1 e11, Münzen Taf. XXXVI 4, 5, XLIII
2, und Grafen wie etwa Heinrich von Lüchow (f 1270) in der Klo-
sterkirche zu Diesdorf (abgeb. bei Essenwein, Atlas L 3) u. dgl.
m. S. auch Heldmann, Rolandsfiguren 114. Versteht sich nach
alldem, daß die Lehensinvestitur mit Landesherrschaften unter
Überreichung des Schwertes geschehen konnte. Dies zu schildern
haben die Ssp.-Illustratoren keinen Anlaß genommen. Sollten sie
noch zu ihrer Zeit als geltendes Becht angenommen haben, was
Otto v. Freising, Gesta 115 geschrieben hatte: est consuetudo
curiae, ut regna per gladium, provinciae per vexillum a principe
tradantur vel recipiantur? Im Spät-MA. hielt man keinesfalls daran
fest. In der Sercambi-Hs. z.B. (bei Salv. Bongi, Le chronache di
Sercambil 315) wird der Herzog von Mailand, in der Aulendorfer
Bichenthal-Hs. fol. 183 (bei Sevin) der Graf von Neuenbürg
(1417), in Cod. mus. m. 128 p. 133 der Herzog von Baiern, in U.
Tenglers Laienspiegel 1509 fol. 74a (1530 fol. 74a) ein nicht
näher bezeichneter Hochgerichtsherr mit dem Schwert investiert.
S. im übrigen Chr. G. Buder, Amoenitates juris feudalis 174,S. 113
— 115, J. Heumann, Opusc. in für. Germ. p. 708ff., Estor, Ob-
serv. für. feud. p. 61.

c) Wie der Bichter im peinlichen Gericht, so bedarf auch der
Kläger im peinlichen Bechtsgang des Schwertes als eines Wahr-
zeichens. In seiner Hand ist es Wahrzeichen seines Klag-

*) Zu Obigem J. G. Böhme, Sachs. Groschenkabinet 1765 S. 57. Er verweist auf Urk.
des Erzb. Konrad v. Cöln a. 1249: gladium ratione ducatuam nostrae ecclesiae geminorum
und auf Chron. Reichersp. a. 1162: Qni [Heinricus] ex officio ducatus pariterque advocatiae
non sine causa gladium portans. S. ferner Lor. Fries bei L. Rockinger, Magister
Lorenz Fries (1871) S. 52 f. und vgl. die Darstellung des hl. Kilian auf der Würzburger
Cyriacus-Fahne bei Henner a. a. O. 1903. — Schwert dem Herzog vorgetragen Suger
v. Ludowici crassi 9 (Mon. Germ. SS. XXVI 50).

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