Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 127
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das späte MA., minder sparsam als die ältere Zeit, liebte das Häu-
fen von Symbolen. In verschiedenen Rechtsgebieten wurde das
Marktkreuz nur zur Marktzeit errichtet, wenn nur während dieser
die Handelsfreiheit gelten sollte, nachher wieder entfernt (Schrö-
der 11—15). In den Bilderhss. scheint nur an ein für die Dauer
errichtetes Kreuz gedacht. — Zur Literatur des Marktkreuzes s.
Haltaus, Gloss. Sp.214, J.Grimm, RAA I 238, Waitz, Verf.-
Gesch. VII 380f., R.Schröder a.a.O. und Lehrb.6 683, wo auch
seine früheren Schriften verzeichnet sind, Sohm, Entstehg. d.deut.
Städtewesens 28, 30, 38, 45, dazu noch Rechtsbronnen 113 S. 106,
108f., 112, 114f., 177. Über Marktkreuze in England und Schott-
land s. Murray, Dict. s. v. Marketcross, Fräser in The Scott,
hist. Review V 1908 S. 176ff.

14. Der Kirchenschlüssel als Investitursymbol beim Er-
teilen eines Kirchenlehens D 57b 2 (H lb 2, TD, 110).

15. Die Kerze, die in H TD, XXIV 7 (O 82a 5) ein Priester zer-
bricht und wegschleudert, in D 46 b 6 (O 80 b 2) der Papst in der
Hand hält, gehört der Symbolik nicht des weltlichen, sondern des
kirchlichen Rechts an. Sie bezieht sich auf den großen Kirchen-
bann, dessen im Text erwähnt und der unter Wegwerfen und Aus-
löschen von Kerzen verhängt wurde. Regino, De synodal, causis
II 413: Debent autem XII sacerdotes episcopum circumstare et
lucernas ardentes in manibus tenere, quas in conclusione anathe-
matis vel excommunicationis projicere debent in terram et pedi-
bus conculcare. S. ferner Du Cange s. v. Candela 1, Halt aus s.v.
Fackel, Schindler, Wb. II Sp. 477f., J.Grimm, RAA I 269,
Arnold, Chron.Slav. VII 3. DieGörl.und die Steinb. Hs.haben bei
Ldr. III 53 eine Min., einen Priester auf der Kanzel, der mit der
brennenden Kerze in der Hand die Exkommunikation verkündet.
Die Görlitzer Min. (bei Je cht Taf. VI) gibt ihm in die andere Hand
eine Glocke. Auch diese bezieht sich auf den Exkommunikations-
ritus, wonach das Verfahren mit Glockengeläute beginnt.

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