Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 134
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den Kaiser umstehen mehrere Männer, wovon einer als „Eyke"
bezeichnet ist. Vgl. W. Th. Kraut, De codicibus Luneburgensibus
(1830)p. 2, E.Steffenhagenin Sitzgsber. d. Wiener Akad. CXI V
344. Die Überreichung des Ssp. durch Karl d. Gr. an einen sein
Haupt entblößenden Mann1) sieht man auch in der Initiale D zum
Prolog Des heil. g. m. in Mscr. CCXCVIII (a. 1461) der Leipziger
Stadtbibliothek fol. 2b (abgeb. bei Bruck, Malereien 324). Alle
derartigen Motive erklären sich aus der Legende, wonach der Ssp.
für ein Privileg" Karls d. Gr. galt. Das eine oder andere von ihnen
kann aber wohl einer unserer Bilderhss. entliehen sein.

3b<Taf.6)2. 2. Zur zweiten Hälfte des Prologabsatzes: Got iz selbe recht...

Darum sen si sich alle vor di, den gerichte von gotis halbin beuolin si.

Farben: 1) Mantel licht-karmin, Beinkl. Mennig; — 2) Bock blau,
Mantel licht-karmin. Bildbuchstabe G Mennig.

Sachlich übereinstimmend 0 6al (bei Lübben a.a.O. und
Spangenberg a. a. 0. Taf. V, verkleinert bei Berner a.a.O.);
doch ist hier Gott bartlos (= jugendlich) und sitzt er auf einem
Begenbogen; in der 1. Hand hält er kein Buch, sondern er zeigt mit
ihr auf den in D fehlenden Höllenrachen.
Gott als Quelle j) ist frier augenscheinlich weniger vollständig als O, wo auch

des Rechts ° od

auf die Schlußworte des Textabsatzes als gotis zorn — vbir si
ergen muse angespielt ist. Das höhere Alter der Komposition in
O ergibt sich auch daraus, daß hier Gott auf dem apokalyptischen
Begenbogen, wie gewöhnlich in der Majestas Domini und auf
Bildern des Weltgerichts (s. unten bei 35b 1 auch S. 136) und daß
er nach dem ältern Christustypus als jugendlich erscheint. — Das
Darreichen des bloßen Schwertes symbolisiert das „Befehlen des
Gerichts"; s. oben S. 109 und Heldmann, Rolandsbilder 66 N. 2

3b (Taf.6)3. 3. Zu dem Prologabsatz: Got der da is — machte den menschin
in ertriche.

Farben: Kleidung Gottes wie in Nr. 2. Bildbuchst. G blau.

1) Nicht die Überreichung des Buches durch Eike an den Kaiser, wie Bruck a. a. 0.
323 meint.

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