Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 139
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hin, daß der Papst im „Ornat" reitet. Nun ist es zwar nicht der
Pontifikalornat, sondern sehr auffälligerweise ein laikaler (s.
oben S. 62), doch immerhin einer, der in der Vorstellung des
Zeichners den Papst hindern konnte, im Spaltsitz zu reiten. Ge-
wöhnlich werden allerdings Papst, Kardinäle und Bischöfe zu
Pferd auch im Ornat rittlings sitzend dargestellt; s. außer den oben
angeführten Bildern den Titelstahlstich bei Binterim, Denkw.
VII 3 (B. Johannes v. Pavia f 924?), die Bilder im Richenthal, Aulen-
dorfer Hs. (ed. Sevin 242, 244, 246, 248, 260), Konstanzer Hs.
12a,b, 17a, 102b, 103b, 105b, in Dieb. Schillings Berner Chro-
nik, abgeb. bei E. v. Rodt, Bern im XV.Jahrh. 29, 31, in Ms. (a.
1200—1250) zu Courtray fol. 16, abgeb. bei P. Mey er, Fragments
d'une vie de S.Thomas de Cant., auf J. N. Hogenbergs Stich Ein-
zug Karls V. und Clemens' VII. zu Bologna (Hirth, Kulturgesch.
Bb.l 544). Indes wird in der älteren Kunst wenigstens Jesus auf dem
Esel öfter im Quersitz reitend dargestellt, und zwar regelmäßig in
der byzantinischen, D a 11 o n, Byzantine Art 26, 233, 240, 241, 657,
aber auch in der abendländischen, E. F. Bange, Eine baier.
Malerschule Abb. 66, Fornvännen 1916 S. 522. Eine Miniatur in
Ms. 5193 (a. 1409—1419) Bibl. nat. fol. 318 (abgeb. bei H. Martin,
Le Boccace etc. pl. 36 Nr. CXXXIX) überträgt das Motiv auf den rei-
tenden Andronicus. Beschrieben wird in der älteren Zeit das Abstei-
gen des Papstes vom Pferd so, daß man annehmen muß, er sei nicht
im Spaltsitz, sondern im Quersitz geritten, Ordo Rom. bei M abill on,
Museum Hat. II 54 (c. 5): Qui eum descendentem a sellario accipiunt
obviis ut ajunt manibus. Ob der Sattel in D Spalt- oder Quersitz,
läßt sich nicht mit Sicherheit erkennen. In O scheint er Quersitz.

Wegen des „weißen" Pferdes s. Du Cange III 284 s.v. Equus,
J. Grimm, RAt I 363, Binterim a. a. O. VII 3 S. 351, San Marte
208, Jahns, Roß u. Reiter 47f., 650f.

3. Zu Ldr. I 2 § 1: schephinbare — suln. 4a (Taf.7> 3.

= W 10a3 (in färb. Faks. bei Heinemann a. a. O., in Stich bei
Spangenberg, Beytr. tab. IX). Im Gegensinn und nur mit

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