Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 151
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amira1925bd2/0167
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
goldener,inO ein weißer Schild, worin stehend ein Infulierter, dessen
Kasel in D rot, in 0 blau ist. Das Muster gab wohl ein Siegelbild; vgl.
z. B. das Meissener Bischofssiegel in Cod. dipl. Sax. II 1 Taf. I 8 und
die S. 100 angeführten Bischofssiegel. Bepräsentant des dritten
Heerschildes ist der Schild des Markgrafen von Meissen, — ein
schwarzer (hier dunkelbrauner) aufgerichteter Löwe in Gold (Gelb)
(in beiden Hss. nach gleichem Schema gezeichnet), wie er etwa seit
1261 geführt wurde. S. Po ss e, Wettiner II Sp. 12,4,6 nebst Taf. 1X7,
8 und den Meissenschen Schild aus der sog. Manessischen Liederhs.
bei Zangemeister, Die Wappen... der Gr. Heidelb. Liederhs.
Taf. IV 1. Bis hieher stimmt die Wappenfolge nicht nur mit der in
57 a 1, sondern auch mit der in 0 7b 4 und in H 1 a 1 (TD. I 2 farbig
bei Kopp 162) überein. Das Wappen, das den dritten Heerschild
vertritt, bezeichnet der Buchstabe M in der zugehörigen Fahne in
H 22a 2 (TD. XXIV 4) ausdrücklich als das von Meissen. Als Ver-
treter des vierten Heerschildes erscheint in D das Wappen der
Burggrafen von Meissen, der Meinheringer — schwarzes An-
dreaskreuz in Gold; vgl. die Burggrafensiegel bei Posse, Adel
IV Taf. 53 Nr. 22, 54, Cod. dipl. Sax. II 4 Taf. 1 (13. u. 14. Jahrh.),
2 Nr. 11, 12 (14. Jahrh.). O hingegen bringt an Stelle dieses Wap-
pens einen Schild mit 2 steigenden zugekehrten Fischen, weiß mit
braunen Kiemen in rotem Feld, den nämlichen, den auch H fol.
lal TD. I 2, Kopp a. a. O.) zu Lnr. 11 in der untern Beihe als
vierten Heerschild vorführt und D selbst mehrmals, z.B. 62 a 2,
66 a 3 (hier ebenfalls als vierten Heerschild!), 73a 2 verwertet.
Wahrscheinlich soll es das Wappen von Wernigerode sein (Kopp
a. a. 0. S. 63). Jedenfalls nahm es denselben Platz wie in O schon
in X ein und wurde es erst vom Maler der Hs. D durch das Mein-
heringer Wappen ersetzt, was ebenso wie die Einführung des
nächsten Wappens einen Schluß auf die Heimat von D gestattet,
Geneal. 384. Als fünfter Heerschild nämlich folgt hier das Wappen
des Meissenschen Bittergeschlechts von Colditz, geteilt in Gold
und Schwarz, oben ein schwarzer halber Löwe, unten zwei
rechte Schrägbalken von Gold. S. darüber Bd. I Einleitg. 12, ferner

151
loading ...