Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 190
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amira1925bd2/0206
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
Erwerb von

Worten was aber — brudirn nicht entsprechen würde. Vgl. Geneal.
368.

Farben: 1) Rock rot, Beinkl. grün; — 2) Rock blau, Beinkl. gelb;
— 3) Rock blau, Beinkl. rot; — 4) (Frau) Rock grün, Mantel rot
mit gelbem Futter, Schleier weiß. Buchstabe Wi golden in grünen
Umrissen.

= W13b3. Im allgemeinen ähnlich 012bl. Aber die Figuren
stehen hier näher beisammen, und infolge dieser Gedrängtheit ist
die Komposition minder deutlich. Zwischen Fig. 1, 2, 3 fehlen die
Halme und die Geldhaufen, zwischen Fig. 3 und 4 das Geld. Figg. 1,
2 haben Geldstücke in einer Hand, während sie den Zeigefinger
der andern Hand erheben. Fig. 3 ergreift mit der 1. Hand ein
Ährenbüschel, während die Gebärde ihrer r. Hand undeutlich
bleibt. Die sitzende Frau (Fig. 4) zieht mit der 1. Hand ein Ähren-
büschel zu sich herüber, während sie den r. Zeigefinger aufstreckt.
Die drei Männer sind die „Brüder", von denen der Text spricht.

Gemeindern " ' *

Der dritte ist bärtig dargestellt, weil er als der „älteste" verheiratet
ist. Der erste weist mit der 1. Hand rückwärts, nämlich nach Nr. 2
rechts, wo man die „andern Leute" sehen kann, unter denen nach
dem Text eine Gutsgemeinschaft bestehen kann. Die wachsenden
Halme zwischen den drei „Brüdern" vertreten das Gut, das sie
„zusammen[getan] haben" (vgl. Bd. I. Einleitg. 23), die Geldhaufen
darüber den „Frommen", den sie gemeinsam ziehen. Die beiden
jüngeren Brüder deuten mit dem r. Zeigefinger auf die ihnen ge-
bührenden Anteile des Zugewinstes, der zweite hat dem Anschein
nach auch schon einen Teil mit der 1. Hand in Empfang ge-
nommen. Der Älteste hält über den seinigen die r. Hand. Er ist vor
das Gut getreten, welches ihm seine hinter ihm sitzende Frau zu-
gebracht hat, weil seine Brüder an dessen Ertrag keinen Anteil
haben. Die Frau zieht mit der Linken einen darauf wachsenden
Halmbüschel an sich, weil das Grundstück ihr gehört. Mit dem
Befehlsgestus der R. (nach O) lenkt sie hierauf die Aufmerksam-
keit. Der Mann hält die 1. Hand über die dort wachsenden Halme,
oder richtiger nach 0, er ergreift sie, weil der Naturalertrag ihm

190
loading ...