Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 206
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geflochten. Über diese uralte Art von Zäunen s. Heyne, Haus-
alterth. 1100, A. Meitzen, Siedelung und Agrarwesen der West-
germanen etc. I 583, und vgl. die Darstellungen in Cod. Epternac.
fol. 77 a (Jahrb. d. Rheinlande LXX Taf. 9), in Grünenberg's Wap-
penbuch (herausg. von Gr. v. S t i 11 f r i e d Taf. XVII, XVII b) auf dem
Teppich des german. Nationalmuseums bei Essenwein, Bilderati.
Taf. LXXXIII und im ma. Hausbuch ebenda CII, CXIV, ferner bei
Ad. Bartels, Der Bauer etc. Abb. 3, 6, 13, 19, 20, 21, 62, Hirth,
Bilderb. Nr. 321—325, 371, 289, endlich die Bestimmung in Ldr.
II 50 und Görl. Ldr. XLI 7.

9a (Taf. i7) 5. 5. Zu Ldr. I 20 § 2: Wo der vrouwen — der gebure köre, eigentlich
erst von den Worten butet si aber an.

Farben: 1) (Frau) Rock grün, Mantel rot, Kopf- und Kinntuch
weiß; — 2—4) Röcke braun, Beinkl. dunkelbraun. — Der turm-
artige Bau gelb, das Dach blau, der Zaun grün. — Bildbuchstabe
W mennigrot.

= W15a5. Entsprechend 016al, wo jedoch das Gebäude rei-
cher ausgestattet und durch eine Ummauerung anstatt des Zaunes
vollständig zur Burg ausgebildet ist und von einem Wächter be-
wacht wird, die Bauern teilweise durch Beinriemen charakteri-
siert sind.

Bedingte £)je Witwe faßt mit der r. Hand das qebu an, während sie den

Räumung von

Morgengabs- l. Zeigefinger zum Zeichen eines Vorbehaltes erhebt, d. h. sie will

gebäuden

das Gebäude behalten unter einer Bedingung (vgl. Handgeb. 257,
214), deren Inhalt durch die Anwesenheit und die hinweisenden
Handbewegungen der drei Bauern angedeutet wird, — sie bietet
das Gebäude an zur Einlösung um den Schätzungswert, den die
Bauern feststellen. Wenn O das gebu als Wohnstätte darstellt und
wenn D es wenigstens mit Zinnen versieht, so widerspricht das
dem zweifellosen Sinn des Textes. Doch erinnert vielleicht die
gelbe Farbe des Gebäudes in D noch daran, daß es sich auch beim
Maler von X um einen Holzbau handelte.
Wegen des Zaunes s. oben zu Nr. 4.

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