Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 217
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die Ringe, die man wohl für eine Gebäckform, und die gehäuften
Kreise, die man vielleicht für eine Käseform (keinesfalls für Geld-
stücke) halten darf. Die getrennten Gruppen gleichzähliger Sachen
zeigen die im Gang begriffene Halbteilung. Eben hierauf bezieht
sich auch der Zeigegestus von Fig. 1, die damit in D den einen der
beiden Becher, in O die eine der beiden Gebäckmengen der Witwe
anbietet. Daß diese Figur einen Erben vorstellt, ergibt sich für O
aus dem Schnitt der Kleidung und aus den Gesichtszügen und der
Haartracht, für D aus der Farbengleichheit mit Fig. 2 im nächsten
Bild. Aber aus dem gleichen Grund wird man auch in Fig. 2 von
D einen Erben erkennen müssen. Denn ihre Farben stimmen mit
denen von Fig. 1 im folgenden Bilde überein. 0 (N) hat aus ihr
einen Diener gemacht und wahrscheinlich ihre Funktionen sowie
in der Hauptsache die von Fig. 1 geändert. Man darf dies mit Rück-
sicht auf die Raumverhältnisse vermuten. D dürfte die Repräsen-
tanten der Hofspeise vermindert, dagegen die Grundzüge der ur-
sprünglichen Komposition treuer bewahrt haben. Sicher sind frei-
lich für X nur die Dreizahl und Reihenfolge der Personen (Witwe
und zwei männliche Figuren), die sitzende Figur der Witwe und
der Zeigegestus von Fig. 1.

2. Die Auslieferung des Heergewäte zu Ldr. 122 §4: So sal di iob(Taf.2o)i.
vrouwe — und eine twele.

Farben: 1) Rock von Rot und Gelb geschacht, Beinkl. gelb; —
2) Bock von rot und gelb quergestreift, Beinkl. rot; — 3) (Frau)
wie in Nr. 1. Die beiden Becken golden. Die Brünne blau. Bildbuch-
stabe S Mennig.

= W 16b 2. Bei Zerlegung der Komposition in 2 Bilder vollstän-
diger 0 18 a 2, 3. Der Raum (ein Haus) ist hier umständlich ange-
geben; die drei Männer gegenüber der Frau tragen die Merkmale
verschiedenen Lebensalters, indem einer kleiner als die beiden
andern und von diesen der eine bärtig erscheint; der bärtige er-
greift außer dem Schwert auch die Brünne.

Dem Illustrator liegt vor allem daran, die einzelnen Stücke des ^"a,*1"

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