Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 220
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J. Grimm, .RA.41 229. Legte der Illustrator auf diese Form Ge-
wicht, so bietet sich zur Erklärung die Annahme, daß sie, ursprüng-
lich ein Unterwerfungsritus, später eine Höflichkeitsform gewor-
den sei, die im vorliegenden Falle motiviert wäre, weil das Schwert
an seinen Eigentümer zurückgegeben wird.

IIa (Taf. 21)

na(Taf. 21) i. 1. Zu Ldr. I 23 § 2: Ab wol ein leint — des kindes rechte.

Farben: 1) Rock oben grün, am Schoß rot, Beinkl. blau; —
2) Rock oben rot, am Schoß blau, Beinkl. grün; — 3) Herrentracht
(s. oben 24f.). Buchstabe A lichtgrün.

= W17a, O 18b 3, wo jedoch der Mündel deutlich kleiner ge-
zeichnet ist als der Vormund und der Herr des Schapels entbehrt.
Lehens- yor ^em Lehenherrn steht der Vormund (2) mit der Gebärde der

Vormund x '

Ehrerbietung {Handgeb. 292) weil er ihm anstatt seines Mündels
dient. Er steht vor dem Mündel, weil er diesen „versteht" (vertritt)
(vgl. 7a 4 oben S. 186, 85). Der Mündel (1), in D nur wenig kleiner
als der Vormund, zeigt mit der r. Hand auf diesen als auf seinen
Vertreter, während der Ablehnungsgestus seiner 1. Hand (Handgeb.
220) zu verstehen gibt, daß er selbst den Lehendienst nicht zu
leisten hat.

iia(Taf 21)2. 2.Zu Ldr. I 23 § 2: Wer aber des kindes erbe — noch bürge seien.

Farben: 1) Rock mi parti in Rot und Grün, Beinkl. grün; —
2) (Der Pfaffe) Rock blau, Beinkl. Mennig; — 3) (Mündel) Rock
grün-rot geschacht, Beinkl. gelb; — 4) (Vormund) Rock blau,
Beinkl. mennig. Buchstabe W Mennig.

= W17a2. Im Gegensinn O 19a 1-(die Figur des Mannes mit
dem Kerbholz bei Büsching, Wöch. Nachr. IV Taf. bei S. 6/7
Nr. 8.

Vormund- Ohne weiteres verständlich ist die Figur des Mündels (Fig. 3),

schaftliche ° V ö /J

Rechnungs- und Fig. 4. Letztere ist, wie das Kerbholz in seiner 1. Hand und der
iegun„ Aufmerksamkeitsgestus seiner r. (Handgeb. 214) ausweisen, ein
Bechnung legender Vormund (s. Homey ers Anmerkg. zum Text).

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