Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 222
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amira1925bd2/0238
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
gehört notwendig in das Bild, weil sonst die Morgengabe nicht
angedeutet wäre.

iia(Taf.2i)4-6. 4—6. Zu Ldr. I 24 § 3: si nimt ouch — zu vrouwen kleidern.

Farben in Nr. 4: Rock der weiblichen Gestalt grün, ihr Mantel
rot. Die Spiegelfassung grün, die Truhe gelb (= hölzern), der
Leuchter golden. In Nr. 5 der über der Stange hängende Rock rot;
der Reif mit Kreide grundiert für Vergoldung. In Nr. 6 der Finger-
ring und die beiden runden Gegenstände über ihm golden, das
Rücklaken hinter der Rank rot kariert.

= W17a4—6. Sachlich übereinstimmend 0 19a3—5.
DiegwadVeei1 *-^e Witwe nimmt die Gerade, deren Restandteile weder ganz
vollständig, noch ganz in derselben Ordnung vorgeführt werden
wie im Text, in Nr. 4 die Schafe und Gänse, der Kasten mit dem
aufragenden Deckel, darauf der Leuchter, daneben das Recken,
aber auch schon das Gebetbuch und der Handspiegel, in Nr. 5
zunächst die im Text erst g. E. von § 3 erwähnte Schere, dann über
eine Stange gehängt das „Garn", ein „weibliches Kleid", ein Hemd
(mit Schlupfloch, dem Hauptfenster oben 9), ein „Radelaken" und
ein Handtuch (twelin), neben diesem das Schapel, unterhalb dieser
Sachen ein „Lilaken", ein Kissen und ein Pfühl, ferner das
„Tischlaken" mit dem schematischen Faltenwurf, der es charak-
terisiert, wenn es über dem Tisch hängt (s. oben S. 207), in Nr. 6
der Fingerring (s. oben S. 119f.) und darüber zwei goldene „Klein-
ode" (im Meissener Rb. I 9 dist. 1 u. Eisenacher Rb. II 10 vor-
span1), darunter die „Lade" und der Teppich (tepte), daneben
der sidel (sedel) und hinter ihm das „Rücklaken", am Ende die
Rürste. Die Schere hat jedesmal, wenn sie vorkommt (5 b 6, 6 a 2, 3,
9b 3, IIb 6, 20 a 5, 25 a 4), die Gestalt einer Schaf schere oder Tuch-
schere. Rezüglich der letzteren s. Hottenroth, Handb. Taf.IX. 1.
Solcher Scheren bediente man sich zwar auch beim Schneiden des
menschlichen Haupthaares; s. unten IIb 3 und das Medaillon in
Harley Roll Y 6 (um 1150) bei D. Gray, Drawings 142/143, und

L) Die entsprechende nusca schon in L. Thür. 27 zur Gerade gehörig.

222
loading ...