Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 227
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Seiten der Hauptfigur (obere Hälfte abgeb. bei Büsching a.a.O.
Taf. bei S. 6 Nr. 15) noch je ein Mann steht, von denen der zur
Rechten das Schwert, der zur Linken den Zweig empfängt.
Die Überreichung des Schwertes bedeutet das Vererben wie in Forts^zu°g

0 zu Nr. fa

10b 2, 4 das Ausliefern des Heergewätes, das an den nächsten
Schwertmag geht. Vgl. J. Grimm, RA. II4 104. Der Zweig symbo-
lisiert hier wie im vorigen Bilde folgerichtig das Allodialerbe.

12 a (Taf. 23)

1. Zu Ldr. I 27 § 2: Welch man von ritters art — kein hergewete. 12a (Taf. 23) 1.

Farben: Rock braun, Beinkl. schwarz. Die Reiterstiefel schwarz.
Bildbuchst. W Mennig.

= W18al (in Farben bei Kopp, Bilder II Taf. bei S. 16). Im
Gegensinn und vollständiger O20bl, wo hinter dem Mann mit
dem Spaten und den Stiefeln (abgeb. bei Büsching a. a. 0. Nr. 12)
noch der Leichnam eines Gestorbenen liegt.

X zeigte den Erblasser zweimal, einmal als lebend und das zweite Nachlaß des

0 Heerschild-

Mal als gestorben. D hat die zweite Darstellung als überflüssig losen
weggelassen. Der heerschildlose Mann ist nicht nur durch die
Farben seiner Kleidung und durch seine Attribute (vgl. 8b 1), son-
dern auch durch seine rohen Gesichtszüge charakterisiert. Vgl.
Bd. I Einleitg. 25. Der Spaten in seiner Hand ist wie in 8b 1 (oben
S. 197f.) Attribut des bäuerlichen Handarbeiters. Bezüglich der
Reiterstiefel in seiner 1. Hand hat schon Kopp II 16 darauf auf-
merksam gemacht, daß sie keine Sporen haben, und in diesem
Zusammenhang mag hingewiesen werden vor allem auf die Rolle,
die einerseits bei Verleihung der Ritterwürde und anderseits bei
der Degradation und überhaupt den Sporen als Abzeichen des
Ritters zukam (W. Erben, Schwert und Ritterschlag [aus Zschr.
f. histor. Waffenkunde VIII] S. 12f., 82, Du Cange, Gl. II 22
Sp. 1 s. v. Calcar, A. Schultz, Höf. Leben II2 83, J. Grimm a. a.
O. I4 237, Engl. Miniaturen bei J. Strutt, Angleterre anc. Taf f. 37,
45, 46, Fresko des Simone Martini bei Erben a.a.O. 12 und an
den dort S. 11 zitierten Stellen), — ferner auf die Rolle der Sporen

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