Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 245
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1. Hand in 0 eine Schutzgebärde; vgl. oben Nr. 2 (S. 240). Sie be-
zieht sich auf die Worte sint si der richter der vrouwen Vormunde.
In dieser Eigenschaft nimmt er in O mit der untern 1. Hand das
Ährenfeld in Besitz. Der Zeichner von D oder Y mochte es für
überflüssig halten, dies noch eigens auszudrücken, und ebenso
mochte ihm der Befehlsgestus der oberen r. Hand, worauf 0 noch
Gewicht legt, entbehrlich dünken, wenn er einmal aus künstleri-
schen Gründen die Mehrarmigkeit zu vermeiden suchte. Die Ge-
bärde brachte die im Text erwähnten Ladungen und das Ausgeben
der dort ebenfalls erwähnten Urteile zur Anschauung.

14a (Taf. 27)

1. Zu Ldr. I 42 § 1: Er sinen tagen — sinen tagen kamen is. (Taf. 27)1.

Farben: 1) Rock grün und blau quergestreift, Beinkl. gelb; —
2) Rock rot, Beinkl. dunkelgrau; — 3) Rock oben blau, am Schoß
grün, Beinkl. gelb; — 4) Rock grün-rot gesparrt, Beinkl. gelb mit
braunen Schrägstreifen (Riemen?), Schild gelb. Bildbuchstabe E
golden in Mennigumrissen, S dunkelblau.

= W20al. Teilweise entsprechend 024bl und 24 a 2. Letzt-
genannte Stelle bietet zwei ungewöhnlich groß gezeichnete Fi-
guren, die der 1. Hälfte von D 14 a 1 im wesentlichen entsprechen.
Die Zeichnung des Gewappneten (Zweikämpfers) ist oben S. 21
abgebildet. Vor ihm steht ein Mann mit Bittgebärde, die viel ent-
schiedener ist als in D. 0 24 b 1 zeigt von den beiden andern Fi-
guren der r. Hälfte unserer Nr. nur eine im Gegensinn, einen bär-
tigen Mann in langem Rock und Mantel, der den r. Arm ausstreckt
und mit dem 1. Zeigefinger unter seine r. Achsel deutet, die mit
Haaren bewachsen ist.

Von den drei Männern in der r. Bildhälfte ist der dritte schon Kür ei"es

Vormundes

durch seine Statur als der „unter seinen Tagen", d. h. als der Be-
vormundungsbedürftige gekennzeichnet; er erhebt in Wirklichkeit
nicht etwa bittend seine beiden Hände zu dem Kampfgerüsteten,
der sich nach ihm umschaut, seinem erkorenen Vormund, sondern
um sich ihm gleichsam zu kommendieren, d. h. er bezeichnet sich

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