Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 264
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Handgeb. 223). Diesen zweiten Fall der Vergabung übergeht O, wo
die Komposition auch sonst ziemlich gelitten hat.
vertauschung jn ]\Tr g „wechseln die Herren ihre Dienstleute"1). Jene erkennen

von Dienst- "

mannen wir an ihrer Tracht (oben 24 f.). In D zieht jeder von beiden einen
Dienstmann des andern am Handgelenk zu sich heran und ergreift
so Besitz an ihm (Handgeb. 251). Den „Widerwechsel" symbo-
lisieren eindringlich die sich in Gegenbewegung überschneidenden
Mittelfiguren. Wohl entstellt sind die Handbewegungen der Dienst-
mannen in O, sozusagen halbe Kommendationen2). Kommenda-
tionen würden bei Vassallen, nicht aber bei Dienstmannen einen
Sinn haben.

16 a (Taf. 31)

i6a(Taf.3i)i. 1. Zu Ldr. I 51 § 2: Alle varnde habe — den Stegreif halde.

Farben: 1) Rock rot, Beinkl. graugrün; — 2) Rock des Reiters
graublau, Beinkl. rot, der Schild unbemalt. Bildbuchstabe A
lichtgrün.

= W 22 a 1. Sachlich übereinstimmend 0 27b 3; doch ist dort der
Reiter bartlos; er streckt den r. Zeigefinger auf; der Schild zeigt
einen Sparren.

Der vorritt Das Bild schildert in genauem Anschluß an den Text das In-
stitut des sog. Vorrittes. D ist besser als O, insofern der Reiter als
alt scheint. Man sieht den Stein und den Stock, von wo er mit
Schwert gegürtet und mit Schild aufs Roß gekommen ist, und man
sieht, wie ihm Roß und Stegreif gehalten werden. — Zur Sache
s. inshes. Grupen bei Dreyer a. a. 0. 44f., J. Grimm, RAM 132
—134. Wegen des Pferdes vgl. oben 75 f.

ica(Taf.3i)2. 2. Zu Ldr. I 52 § 4: Wer in siner suche — oder unrecht.

Farben: 1) Rock blau, Beinkl. rot; — 2) der Bettlägerige unbe-
malt; der Rock in seiner Hand dunkelblau; — 3) Rock der Frau

') In ganz unbegreiflicher Weise hat Grupen diese Szene mißverstanden. Er meint,
es handle sich um eine Auflassung und ein Gelöbnis.

aJ Als Kommendation nimmt J. C. H. Dreyer bei Spangenberg, Beitr. 58 sogar die
Handgebärden in D!

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