Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 265
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blau, Mante] rot; — 4) Rock des Mädchens grün. Bildbuchstabe W
Mennig.

= W 22 a 2, 0 28 a 1 im Gegensinn und mit dem Unterschied, daß
beide Frauen ein Gebände tragen; über dem Bett hängt eine
Lampe.

Ein Alter vergibt auf seinem Sterbebett Fahrhabe. Zu seinen Vergabung

auf dem

Häupten stehen Ehefrau und Ingesinde, dieses durch ein Mädchen Sterbebett
vertreten (so richtig in D). Die 1. Hand des Mädchens drückt aus,
daß seine Trauergebärde dem Sterbenden gilt (anders Handgeb.
179). Mit der ablehnenden r. Hand entschlägt sich die Frau der
Verantwortlichkeit für die Vergabung, während sie mit der 1. auf
ihren sterbenden Gatten hinweist. Dieser liegt vollständig ent-
kleidet im Bett, wie in 23 a 1 (37b 2) — eine zu jener Zeit allgemein
verbreitete Sitte, A.Schultz, Höf. Leben 1222 N. 4, K.Wein-
hold, Deut. Frauen II 259, I 272, M. Heyne, Hausaltert. I 173
III 98, nebst Neu wir th, Mittelalt. Wandgemälde Taf. XIX, XXVI
und den Holzschnitten bei Heyne I 264, 268 und bei Schramm,
Bilderschmuck der Frühdrucke, 1128, II 522, 589, III 55, 59, 145,
172, 528, 542, 602, 628, 646, Kulturgesch. Bilderb. 117, 370, 392,
II 741, H. Brunschwig, Buch der Cirurgia 1497 fol. 87a (Faks.
Ausg. v. G.Klein 173), H. Peters, Der Arzt Abb.21,22, Glasgem.
bei Essenwein, Bilderatlas LH (c. 1300).

3. Zu Ldr. 152 §4 a.E. (hier 53): Das wip en entwortet — ir- »• (Taf. 3i)s.
sterben is.

Farben: 1) Rock des Toten rot, die Brünne auf der Bahre blau
(eisenfarbig); — 2) Rock der Frau blau, Mantel rot; — 3) Graf
s. oben 481 Der Becher golden. Bildbuchstabe D golden auf Men-
niggrund.

= W22a3. Im Gegensinn und mit Abweichungen O 28a2: es
fehlt der Becher; der Graf hält das Schwert über seinen Knien;
er und die Frau strecken den r. Zeigefinger auf.

Hinter der Bahre ihres Mannes steht die Witwe. Brünne, Rosse

lichkeit der

und Becher machen das Gut aus, das „unter ihr erstorben" ist. Da- ^iT^ilnLs

Nachlaß

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