Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 269
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auch diesmal durch Wegführen von Pferden, vgl. 16 a 5, 45 b 2,
der säumige Zinsbauer, der die Pfändung dulden muß, schaut aus
dem Fenster seines Hauses den Pferden nach. Bedeutungslos ist
seine Handbewegung (Handgeb. 190). Anscheinend nimmt der
Bildner an, daß die Privatpfändung nur in Anwesenheit des
Schuldners geschehen darf, — anders als die Pfändung durch den
Fronboten 16a5. Vgl. Planitz, Yermögensvollstreckg. I709f. In
O verläuft die Sache wesentlich anders. Der Gläubiger steht im
Begriff, die Pferde aus dem Gehöft wegzuführen. Da tritt der Zins-
mann mit dem Geld in der Hand heraus, doch wohl um die Pfand-
nahme im letzten Augenblick abzuwenden. Der Aufmerksamkeits-
gestus des Gläubigers zeigt an, daß er seiner Eigenmacht Einhalt
gebieten muß. 0 hat also eine viel lebendigere Schilderung der Be-
gebenheit. Aber im Text findet sie so keine Stütze. Der Illustrator
hat aus Eigenem den Inhalt seiner Komposition bereichert. Der
Bearbeiter von D (oder Y) hat dasjenige, was nicht unmittelbar
durch den Text veranlaßt war, gestrichen, so daß die Figur des
Zinsmannes einen andern Platz bekommen mußte.

5, 6. Zu Ldr. I 54 § 5: Kein zins man — erbezins gut. i6b(Taf.82)5,6.
Farben: 1—4) sämtlich in braunen Kleidern. Bildbuchstabe K
Mennig.

= W 22 §§ 5, 6. Sachlich übereinstimmend 0 29 b 2, nur daß hier
die Komposition zusammengezogen und die Figuren nicht durch
ihre Kleidung gekennzeichnet sind.

Es sind nur die Nutzungen angedeutet, deren der Zinsmann sich Außerordent-

° ° ' liehe Land-

zu enthalten hat, soweit das Zinsgut ihm nicht gegen Erbzins ver- nutzungen
liehen ist, und zwar von r. nach l. das Lehmgraben, das Holzschla-
gen, das Boden und das Steinebrechen.

17 a (Taf. 33)

1. Zu Ldr. 155, 56: All werltlich gerichte — zu bescheidener zit. i7a (Taf. 33) i.
Farben: 1—5) sämtliche in braunen Kleidern; der Hut des Sit-
zenden gelb. Bildbuchst. A golden mit grünen Umrissen.

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