Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 305
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weg, weil er den Ladungsauftrag ausführen will. D hat diese dritte
Hand aus künstlerischen Gründen gestrichen.

5. Zu Ldr. a. a. O.: Clait man vngerichte — zu echter dingstat. 20b(Taf.4o)5.
Farben: 1) Rock von Rot und Grün in Weiß quergestreift,

Beinkl. weiß; — 2) Graf wie oben. Bildbuchst. C dunkelblau.

= W 26 b 5. Im Gegensinn O 36 a 3, wo abermals Fig. 1 dreiarmig
mit einer Hand die Geißel hält, eine zweite auf die Brust legt und
mit der dritten wieder rückwärts weist, der Richter mit der 1.
Hand ein Schwert über den Knien hält und mit der r. auf die
Zahlzeichen deutet.

Auch hier kommt 0 der Urhs. X näher als D. Nur dürfte in D B) ura^nge"

rieht

der Fingerzeig des Fronboten nach den symbolischen Zahlzeichen
der ursprünglichen Gestalt eher eignen als seine unbeschäftigte
Hand auf der Brust in O. Die Zahlen bedeuten die dreimal
6 Wochen. Da hier nur über Ungericht gerichtet wird, so ist das
Gerichtsschwert ganz an gehöriger Stelle. Im übrigen bedarf nach
dem Vorausgehenden die Komposition keiner weitern Erklärung.
Königsbann und echte Dingstatt sind durch die Figur des Grafen
genugsam repräsentiert.

6. Zu Ldr. 168 §1: Vmme andirs keine — an di hant get. 20 b (Tai 40) 6.
Farben: 1) Rock von Rot und Grün geschrägt, Beinkl. grau-
gelb; — 2) Rock gelb, Beinkl. grün, Hut unbemalt. Bildbuchstabe

V grün.

= W26b6. Im Gegensinn 0 36 a 4, wo aber der Richter in der
r. Hand das Schwert hält und den 1. Zeigefinger aufstreckt und
dem vor ihm stehenden Mann, der den r. Zeigefinger erhebt, die
1. Hand halb abgehauen ist.

Vor Gericht steht ein Beklagter, dem die Klage „an die Hand KlagHaTddie
geht". In D deutet er in sehr ergebener Haltung auf die Hand, die
ihm abgehauen werden wird, und schon spritzt das Blut aus der
Wunde. Auch der Richter deutet auf diese Hand, da er über sie
richtet. In O ist das Richten über die Hand roher symbolisiert, doch

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