Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 331
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Öffnungen übereinander für Beine und Hände, eingeschnittene Jah-
reszahlen seit 1722, Zeichg. in mein. Besitz), einer im Rittersaal
des Schlosses zu Burgdorf (Schweiz, oval mit 2 Öffnungen für die
Hände und einem an einer Kette befestigten Halsring!), zwei Stück
im Freien stehend zu Sheffield (c. 1786) und zu Aldbury (c. 1790,
beide abgeb. bei W. Andrews, Old-Time-Punishments 127, 137).
Singulär ein schwerer Block zum Einschließen eines Fußes im
Mus. zu Bregenz (Zeichg. in mein. Besitz). Zum vorstehenden Ver-
zeichnis vgl. auch den Holzschn. in Bamberg. HGO. 1507 Titelbl.
und Bl. 35 a, 1531 Bl. 19a (Stock mit Handschellen und Halseisen).

Erwähnt wird der Stock (auch Block, cippus, lignum) in schritt- s^ai^
liehen Zeugnissen seit dem 13. Jahrh. oftmals. Schon zu jener Zeit
geht sein Name auf den Gefängnisraum über, der ihn beherbergt.
S. Müller- Zarncke, Mhd. Wörterb. s. v. Stoc Nr. 4, S ch iller-
Lübben, Mnd. Wörterb. s. v. Stock Nr. 8, Fischer, Schwab.
Wörterb. s.v. Nr. 4a, Haltaus, Gloss. s.v., v. Richthofen, Alt-
fries. Wörterb. s. v. stok Nr. 2, H. Zoepfl, Rechtsaltert. I 54f.,
H. Knapp, Zenten, die im Sachregister s.v. Stock angef. Stellen,
Viele auch im Sachreg. zu Weist, s. v. Gefängnis, Du Cange, Gloss.
s. vv. Lignum, Cippus (wo auch der frühzeitige Übergang der Be-
deutung von cippus in carcer ersichtlich), Diefenbach, Gloss.
s. v. cippus. Von einem catenis et in eippo vinetus erzählt schon
Gregor v. Tours V 49, und unter diesem cippus werden wir doch
wahrscheinlich einen Stock von der oben erörterten Art zu ver-
stehen haben. Das Modell dazu stammt aus der antiken Welt, Du
Gange, Dissert. sur l'hist. de S. Louis XIX nebst dem Material
über compes im Thes. lat., wo comp, ebenso von den catenae unter-
schieden wird wie später cippus, (im Utrechter Psalterium 83 a
compedes durch den Stock illustriert!), ferner Stephanius
(Dind.) s.v. jioöoxäxt].

Die „Süke" bildet für den Illustrator augenscheinlich nur dann Krankheit
einen Fall der „echten Not", wenn der Kranke unfähig ist, sich
fortzubewegen, also wenn er ans Lager gefesselt ist. Dies stimmt
mit denjenigen Rechten überein, die ausdrücklich darauf abstellen,

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