Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 357
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Neubäuerschen Chronik Bl. 128 a, die in Todesstr. Anh. Nr. 410,
411, 418, 797, 798 angeführten Radierungen, die Stiche Het Toneel
van't shrikkelyk Treurspeel ...tot Toorn.. .1724-, The bloody war-
ning to protestants usw. 1724 und Olivasche Vrede-Breuk ... 1724
(Utr.) im German. Mus. zu Nürnberg H. B. Nirgends allerdings
dient bei diesem Strafvollzug ein Tisch, wie ihn schon 0 und noch
zierlicher hier D zeigt, sondern überall und so auch in D 44 b 6,
H 20b 5 TD. XXIII 3) ein schwerer Block (Baumstumpf, im Augsb.
Stadtr. art. 53 der „Stock" genannt). Einen Steintisch wie den in
D sieht man übrigens auf einem Stich des 15. Jahrh. bei
A.Schultz, Deut. Leben Abb. 166. Das Strafwerkzeug ist ent-
weder wie auf den Ssp.-Bildern eine Axt, die der Henker mit einer
Hand führt, während er allenfalls mit der andern den Arm des
Sträflings über dem Block festhält, oder ein Schlegel, der ein über
oder unter das Handgelenk gelegtes schmales Eisen hindurch-
treibt. Vgl. Straßburg Stadtr. I 22. Auf einem Relief des P. A.
Amadeo von 1482 (?) im Dom zu Cremona (abgeb. bei F. Mala-
guzzi Valeri, G. A. Amadeo 1904 S. 131) und auf einem Glas-
gemälde von Nie. da Varallo 1478 (abgeb. bei dems. La corte di
Lodovico il Moro IV 1923 Titelbild in Farben und Fig. 132 in
Heliogr.) wird unter einer Art Fallbeil, mit dem Schlegel die Hand
abgehauen. Die sog. Burgfriedenshände, die seit dem Spät-MA.
als Wahrzeichen des Sonderfriedens bestimmter Wohngebäude
und Orte angebracht wurden, zeigen eine Breitaxt, die eine
auf dem Block liegende rechte Hand durchhaut, so z. B. ein
Steinrelief v. 1653, erneuert 1731 vom ehemaligen Burggerichts-
haus zu Heidelberg (abgeb. in der Zschr. Badische Heimat III
(1916 S. 156 und bei H. Zo epf 1, Alterthümer I Titeibl., wozu noch
S. 353f.) eine bemalte Tafel v. 1582 im Torbogen des Schlosses
Wallerstein, eine andre aus dem 18. Jahrh. im Ordensschloß zu
Altshausen (Württemberg, s. Roth v. Schreckenstein, Reichs-
rittersch. II 435), eine dritte ehemals über dem Tor des Schlosses
zur Thurnau (worüber Zo epf 1 a. a. O. II 477f.). Zuweilen begnügte
man sich mit dem Beil über der Hand wie z. B. auf einem Relief

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