Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 375
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amira1925bd2/0391
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
auf den Knien oder sitzt vor dem Richter, wie gewöhnlich in O
eine Person, die überschworen wird. Darum handelt es sich nun
im gegenwärtigen Fall nicht. Aber das Zuschieben des Zeugeneides
kann die gleiche Wirkung haben. Demnach ist die sitzende Stel-
lung zu beurteilen wie in Nr. 3 (oben 371). Der Sitzende zeigt auf
sein eigenes Gesicht, um uns zu belehren, daß er aussagt über das,
was er weiß und nicht weiß, eine subjektive Symbolik, die der
Bearbeiter von D nicht würdigt, daher durch die Schwurgebärde
ersetzte. Daß aber die Aussage eidlich, sieht man in D und H an
dem Reliquienkästchen in seiner Hand, das in 0 versehentlich aus-
geblieben ist. Der Sitzende wird jedoch eidfällig und zahlt des-
wegen mit der 1. Hand dem Richter dessen Gewette und mit der
r. Hand dem Gegner seine Buße. Möglicherweise geht hierauf der
Befehlsgestus des Richters (in 0). Figg. 1 und 2 halte ich für Leute,
die der Antragsteller noch als Zeugen mitgebracht hat. Da er aber
„seines Zeugnisses mit dem Gegner über ihn selbst vollkommen"
ist, bedarf er ihrer nicht mehr, weswegen sie auf diesen deuten
und mit einer freien Hand sich des Zeugnisses entschlagen. In
H sind wieder wie in Nr. 4 aus ihren Fingerzeigen Schwurgebärden
geworden. Daß einer von ihnen seine Finger auf den lege, gegen
den das Zeugnis geht, wird uns Weber 14 vergeblich einreden.

28a (Tai 55)

1. Zu Ld. II 23: Di wile der man — oder vire. 28a (Tat 55) l.

Farben: 1) (die unterste von den 3 liegenden Figg.) Rock blau,
Mantel rot; — 2) Rock rot, Mantel grün; — 3) Rock grün, Mantel
rot; — 4) Rock blau, Remid, gelb; — 5) Rock rot. Bildbuchstabe
D golden in blauen Umrissen.

= W32al. 0 47b 3, wo Fig. 5 den zweiten und dritten Finger
der 1. Hand erhebt. Die Steinbecksche Hs. fol. 132 bringt zu II 32 steinb.Hs.m
ebenfalls das Bild einer Eheschließung, aber mit 7 Figg. und in
Form einer Trauung vor der Kirchtür.

Die 3 Frauen, die der Mann nacheinander gehabt hat, liegen wj£^£"es
r. tot; 1. verheiratet er sich zum viertenmal mit einer Jungfrau.

375
loading ...