Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 383
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amira1925bd2/0399
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
den der Fuhrmann verzollt. Der Zolleinnehmer trägt dieselbe Klei-
dung wie der in Nr. 1, auf den er auch mit der 1. Hand zurückweist.
Aber was der Fuhrmann zahlt, das sind 4 Münzen. Damit und Fahren über

' angebautes

durch die Angabe des mit „Saat" bestandenen Bodens, auf den Land
schon die 4 Räder des Wagens gelangt sind, dient die Zeichnung
zugleich der Veranschaulichung des Satzes, wonach für jedes Rad
auf bebautem Land 1 Pfennig zu büßen ist. — O bietet in dem Be-
waffneten noch einen Repräsentanten des „Geleites", wovon der Geleitsmann
Schluß von § 2 spricht. Mit ihm wird aber auch der ganze Schluß-
satz abgefertigt.

3. Zu Ldr. II 28 §1: Wer holz houwt — wilder wage. 29 a (Taf. 57) 3.
Farben: 1) Rock biaugrau, Beinkl. weiß; — 2 und 3) Rock rot,

Beinkl. blau. Die Gewächse grün. Das Wasser blau. Bildbuchstabe
W golden in grünen Umrissen.
= W 33 a 3. Sachlich übereinstimmend O 49b 1.

Wieder nur die Wandelfälle selbst, in äußersten Abkürzunsen, Klei°e L,and"

' 0 ' frevel

nicht ihre Folgen: das Holzschlagen, das Grasschneiden, das
Fischen (mit dem Bügelhamen). Nicht einmal, daß diese Hand-
lungen auf fremdem Boden geschehen, ist wahrzunehmen.

4. Zu Ldr. II 28 § 2: Vischit he — marksteinen gesazt sin. 29a (Taf. 57) 4.
Farben: 1) Rock braun, Beinkl. schwarz; — 2) Rock blau,

Beinkl. rot; — 3) Rock rot, Beinkl. weiß; — 4) Rock blau. Bild-
buchstabe V golden in Mennigumrissen.

= W 33 a 4. Mehr gedrängt, aber sachlich übereinstimmend 0
49 b 2.

Das Ausgraben der Marksteine, das Schlagen von Fruchtbäumen, GroJßreevtind"
das Brechen von Obst, das Fischen im gegrabenen Teich. Letzteres
genau so wie das Fischen in „wilder Wage" in Nr. 3. Beim Aus-
graben der „Marksteine" sieht man einen Haufen von Steinen.
Auch wenn der „Marksteine" selbst mehrere beisammen lagen
(J. Grimm, .RA.4II 71 f.), so bildeten sie doch keinen Haufen, am
wenigsten einen kegelförmigen, wie hier in Nr. 4, da sie vergraben

383
loading ...