Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 411
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6. Zu Ldr. II 48 §§ 2, 3: Lest ein man — uf dem uelde let sten. 3ia (Taf. 6« 6.
Farben: Die Hörner der Rinder grün (wie oben in Nr. 4), die

der Ziege braun. Bildbuchstabe L dunkelblau.
= W 37 a 6. Sachlich entsprechend O 55 b 3.

Zwei Rinder und eine Ziege fressen von den auf dem Feld ver- Jersaumtes

° Einbringen

wahrlosten Korngarben oder treten darauf. Daß dem Eigentümer der Ernte oder

des Zehents.

der Garben oder dem Zehntherrn kein Ersatz gebührt, bemerkt
man an der Abwesenheit einer Person. Vgl. oben Nr. 4.

7. Zu Ldr. II 48 §4: Ein iclich vie — inne geworfen wirt. su (Taf.6«i.
Farben: 1) Kleidung braun; — 2) Rock grün, Beinkl. rot. Scha-

pel golden in Rot. Bildbuchstabe E Mennig.

= W 37 a 7. Im Gegensinn und abweichend 0 56 b 4, wo im Stall
neben Rossen auch ein Rind und keiner der beiden Männer in
einem Schapel; jeder streckt einen Zeigefinger auf.

Der Blutzehnt ist Holschuld. Daher der Zehntherr sich beim Blut^ehllt *}*

Holschuld

Viehstall eingefunden hat, um sich das Lamm zu holen. Der Zehnt-
schuldner deutet hinauf zum Text, wo in der letzten Zeile der Satz
von der Holschuld steht! Der Zehntherr ist in D als „Herr"
(oben 30 b 4 S. 408) gekleidet und als Laie gedacht.

31b (Taf. 62)

1. Zu Ldr. II 48 § 5: [leliches vies — sunder hvnre] iclichen hof — 3ib (Taf. 62) i.
mit eime hvne.

Farben: 1) Kleider braun; — 2) Rock blau, Beinkl. rötlich. Ge-
bäude blau; das Dachgesims golden. Bildbuchstabe / Mennig.

= W37bl: Sachlich entsprechend 055 b 5, wo jedoch das Ge-
bäude einfacher.

Der Bauer (Fig. 1) verzehntet seinen Hof oder sein Haus mit ZehH0f™anttder
einem Huhn. Der Empfänger des Huhnes ist kein Bauer, aber
auch nicht der Zehntherr wie in der vorigen Nr., sondern der in
48 mehrmals genannte zendener, nämlich der Zehnteinnehmer
des Zehntherrn. Vgl. den zehnter in Weist. II 148, 294, III 67, 205,
582—585, IV 129 und den decimator in V 6.

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