Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 431
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rot; — 4) Rock rot, Beinkl. unbemalt, das Ärmelgewand rötlich.
Bildbuchstabe W golden in grünen Umrissen.

= W40al. Abweichend HIOal (TD.X2), wo die 3 Würfel auf
dem Brett liegen und die Bank fehlt. Im Gegensinn 0 59 b 3, wo
jeder der beiden Spieler auf 3 oben schwebende Würfel deutet. —
Farben in H: 1) Rock weiß mit rötlichen Längsstreifen, Beinkl.
gelb; — 2) Rock weiß mit gelben Querstreifen, Beinkl. rot, das
Gewand in der l. Hand der Fig. grün, das Brett rot; — 3) Rock wie
bei Fig. 2, Reinkl. grün; — 4) Rock gelb-rot geteilt, Reinkl. grün; —
das Kleidungsstück in den Händen von Figg. 3 und 4 grün. Bild-
buchstabe W mennig.

Der Künstler gibt bloß einen exemplifikatorischen Auszug aus VersPielen

* anvertrauter

dem Tatbestand. Den wichtigen Rechtssatz, den die Textstelle daran Sachen
knüpft, übergeht er. Die Erzählung des casus beginnt l. mit dem
„Leihen" oder „Versetzen" eines „Kleides" als Repräsentanten von
jeder Art „fahrender Habe". Die Verteilung der Parteirollen bei
diesem Geschäft ergibt sich aus den Farben der Figuren in H
Nr. 1 mit 2 (Weber Sp. 20), die der Maler von D vernachlässigt
hat. Hiernach ist Verleiher oder Verpfänder Fig. 4. Er läßt den
Gegenstand des Geschäfts, das Kleidungsstück „aus seinen Ge-
weren", indem er in alter Regel dem Gegenkontrahenten (Fig. 3)
den Besitz daran verschafft. Der weitere Verlauf des Falles spielt
sich r. ab. Hier verspielt der Entleiher oder Pfandnehmer (Fig. 2,
wie die Farben von Figg. 2 und 3 in H beweisen), dasselbe Klei-
dungsstück, das er noch in der Hand hat, an eine dritte Person
(Fig. 1). Das Kleid ist also beim Spiel gegenwärtig — „gesetzt"
(Einsatz), wie es dem alten Spielrecht entspricht, H. M. Schuster,
Das Spiel 16—18, 55—58, Planitz, Vermögensuollstreckang I
342f. Vgl. auch die skandinavischen RR. in meinem OMR. 1232t,
II 254f. Der Gewinner deutet gleichsam triumphierend auf den
Verlierer. Das Spielen selbst geschieht hier mittels dreier Würfel
in D auf dem Pufbrett, in H auf einem einfarbigen Brett. Vgl.
auch unten 37 b 1 und oben 6 a 4, 7 b 4. Die Darstellung des Brett-
spiels, insbesondere in H, folgt einem traditionellen Schema; s. die

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