Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 467
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Hände über dem Rücken gebunden, ein Tuch über den Augen.
Weiter entfernen sich von X die Hss. D und H. Beide zeigen zwar
im Gegensatz zu O den Galgen noch in seiner traditionell primi-
tiven Konstruktion; s. oben 347. Aber sie bekleiden den Juden mit
dem Büßerhemd und H bindet ihm seine Hände vornüber, D läßt
seine Augen unverhüllt — lauter jüngere Züge (Todesstr. 99). Vgl.
überhaupt 25 a 3 und die Bemerkungen dazu oben 3471

5 und 6. Zu Ldr. III 8: Man sait — vber en richten. 37b(Taf.74)5,6.

Farben: die Gewänder der Figg. in abwechselnden Farben; —
die Lilien gelblich. Bildbuchstabe M golden in Mennigumrissen.

= W 43b 5, 6. Abweichend H 13b 5, 6 (TD. XV 6), wo hinter den
Burgzinnen nur Männer, dann nur 8 Reiter, und zwar voran (in
Nr. 6) einer in Ringpanzer und Waffenrock, der eine Armbrust,
nachher einer in Sendelbinde, der eine Fahne trägt, zwischen bei-
den, nicht in der Hand des ersten, eine herald. Lilie. Ähnlich O
66 a 2, 3, wo jedoch die Burg umständlicher, von den Bewohnern
nur die Köpfe sichtbar, die Ausreitenden, 8 Figg., in eine einzige
Gruppe gedrängt, einer der vordersten eine Armbrust tragend, ein
anderer durch ein Schapel ausgezeichnet. — Farben in H: die
Kleidung der Figg. abwechselnd rot, gelb, grün; Rock des Fahnen-
trägers gelb, Sendelbinde und Beinkl. und Fahne grün; die Lilien
gelb; Bildbuchstabe M und Artikel-Nr. Mennig.

R. sieht man die „Wehr", welche die Burg hat, und die durch sie Frl!;de der

" ' 05 Burg

geschützten Bewohner, darunter in D auch eine Frau. Daß trotz
ihres wehrhaften Zwecks doch an der Burg ein Friede gebrochen
werden kann, zeigt das über ihr stehende Friedenssymbol, die heral-
dische Lilie (Bd. I Einleitg. 27) an. In der Mitte und 1. sieht man
den Ausritt der „wehrhaften Leute" und in fef und O den Fürsten,
der sie „führt". Dem Fürsten, der nicht in Waffenrüstung, erkennt
man an seiner Tracht (oben 26f.) und an der Fahne, womit er
belehnt ist (Ldr. III 60 § 1). Der Zeichner von D hat diese Figur
trotz ihrer Unentbehrlichkeit vernachlässigt, ebenso den Mann,
der dem Fürsten vor anreitet und der weder ein Schwert schul-

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