Eike <von Repgow>  ; Amira, Karl von [Hrsg.]
Die Dresdener Bilderhandschrift des Sachsenspiegels (Band 2) — Leipzig, 1925

Seite: 494
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sich damit die beiden als in gleicher Rechtslage befindlich zu er-
kennen. — Eine wesentlich andere Erklärung des Bildes von D
gibt Web er Sp. 65. Er geht davon aus, daß die 1. Partie, die Gruppe
des Richters und der vor ihm stehenden Person nicht zu § 1 oder 2,
sondern erst zu § 3 des Art. 31 gehören, glaubt daher §§ 1, 2 voll-
ständig durch die r. Bildhälfte illustriert und bezieht nur Figg. 2, 3
auf § 2, Figg. 4, 5 auf § 1, wobei er Fig. 5 als den Schuldner nimmt,
der den Erben (Fig. 4) befriedige und zum Zeichen dessen seine
Hand auf ihn lege! Webers Ausgangspunkt würde sich scheinbar
rechtfertigen lassen durch den Bildbuchstaben S, welcher der Text-
Initiale von §3 entnommen ist. Das beruht jedoch auf einem Irr-
tum des Malers, veranlaßt dadurch, daß der Miniator die Initiale
zum ganzen Artikel vergessen hatte.

4ob(Taf.80)2r. 2r. Zu Ldr. III 31 §3: Swer den andern — er he stürbe.

Farben: 1) Rock der liegenden Fig. grau; — 2) Rock rot, Beinkl.
grün; — 3) Rock blau, Beinkl. grün; — 4) Rock grün, Beinkl.
Mennig. Bildbuchstabe S nur vorgezeichnet.

Abweichend H 16 b 2 (TD. XVIII 6) r., wo nur 2 Figg. Ein
Schwertträger (Fig. 1) ergreift die 1. Hand eines vor ihm stehenden
Mannes. Keine Parallele in O (Geneal. 368 Nr. 4). — Farben in H :

1) Rock von Rot und Gelb in Weiß quergestreift, Beinkl. gelb; —

2) Rock aus breiten grünen und gelben Querstreifen, Beinkl. gelb;
— Artikelzahl XXX// Mennig.

Befristung der Während H bloß die Gefangennahme, behandelt D auch die

Erbenklage °

aus Missetat Körperverletzung mit nachgefolgtem Tod. Zweifellos ist in H die

gegen den

Erblasser Komposition von X einer sehr erheblichen Kürzung unterlegen
(Geneal. 358). In D liegt der Verletzte (Fig. 1) tot auf der Erde. Zu
seinen Füßen steht mit geschultertem Schwert der Täter (Fig. 2),
der gleichzeitig eine andere Person (Fig. 3) am Rockkragen packt
(„fängt"). Eine dritte (Fig. 4), kleiner als der Tote, d. h. dessenErbe
(vgl. 7 a 5, 27 a 1, 2), wendet sich mit verschränkten Armen gegen-
über dem Bewaffneten ab, zum Zeichen, daß er nicht mehr klagen
darf (Handgeb. 231). Den Grund davon zeigt die oben drüber ge-

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