Amsler und Ruthardt <Berlin>   [Hrsg.]
Katalog der sehr werthvollen Sammlung von Künstler-Lithographien aus dem Besitze eines bekannten Berliner Kunstfreundes: enthaltend die kostbarsten und seltensten Blätter aus der Erfindungs und Blüthezeit der lithographischen Kunst in chronologischer Anordnung ... ; Versteigerung 20. März 1902 und folgende fünf Tage (Katalog Nr. 66) — Berlin, 1902

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oder Kreyde, und dann von beyden abdrücke von unendlicher anzahl zu machen, in Stand
gesetzt wird." 19 Folio-Seiten in des Erfinders eleganter, gut leserlicher Handschrift, ge-
schrieben zu München, d. 18. Februar 1805.

5 Desgleichen: „Instruction über die Anwendung seiner chemischen Druckkunst auf Metall-
Platten." Geschrieben in Wien zwischen dem 26. und 29. Juni 1805. als er dieses, sein
neues Verfahren dem dort anwesenden Componisten Ignaz P. Pleyel aus Paris um
fi. 2000 verkaufte. 2Ya Seiten Briefquart eng beschrieben.

6 Originalhandschrift von Aloys und Clement Senefelder: „Anweisung", seine chemische
Druckkunst auf Metallplatten anzuwenden. 7 Folio-Seiten, Text von Clement S.. mit dem
Titel und verschiedenen Anmerkungen am Rande von Aloys S. Geschrieben 1816. und
dem König zur Erlangung eines Privilegs übergeben, welches auch erfolgte.

7 Originalhandschrift von Aloys Senefelder: Vorschrift des von dem Erfinder in grosser Hast
und Erregung geschriebenen „Uebereinkunfts- und Verkaufs-Contract", mit seinem Bruder
Theobald, welchen dieser abschreiben und unterzeichnen hatte sollen. 3 Folioseiten, ge-
schrieben 1822.

Dieses Dokument enthält äusserst interessante Angaben über die Verhältnisse der Familie S. und
kennzeichnet besonders die Stellung des Aloys S. seinen Brüdern gegenüber.

8 3 Blatt: Trauungsschein des AI oy s Se n e f e ld er mit Mari a A n n a Reis s am 12. December 1813
vom Kgl. Stadtpfarramte St. Peter zu München. — Original-Todtenschein desselben vom
Stadtpfarramte zu München vom 9. März 1834. — Todes-Anzeige der Familie an die Freunde
vom 26. Februar 1834.

9 Brief von Theobald Senefelder an die Musikalienhandlung von Gorabart in Augsburg.
(Siehe Ferchl.) Anerbieten von Arbeit. 6 Zeilen eigenhändig, Unterschrift und Adresse.
München 1803.

10 Originalhandschrift des Karl Senefelder und Anton Falger: Das Ueberdruckverfahren.
um mit der Radirnadel auf Stein zu arbeiten und zu drucken. Verbesserung der Fehler und
Manipulationen mit einer neuen Tinte auf Stein zu schreiben, ferner das Schleifen der Steine.
Zusammen 21 Folio-Seiten Text mit dem vollen Namenszuge des Karl Senefelder, Bruder
des Erfinders der Steindruckerei, nebst einer Seite Text und 4 Zeichnungen der Drucker-
presse, vollunterzeichnet von Anton Falger, Graveur und Schüler des Aloys Senefelder.

Wahrscheinlich zum Verkauf des Geheimnisses an Gombert & Co., Augsburg im Jahre 1804—1805.

I I Quittung von Karl Senefelder: Herr Carl Senefelder v. München empfing nach und nach
von Gombart & Co. für das Geheimniss auf Steine zu schreiben und zu drucken baar f. 50
„ 45. Augsburg d. 23. August 1806. Welches ich bescheine „Karl Senefelder".

12 Desgleichen: „Dass von Herrn Gombart & Co., baar Gulden Zehn und Vierzig zwei Kreutzer,
gegen wieder baar erstattung dato wohl und richtig empfangen habe, bescheinigt, Augsburg,
30. August I806 Karl Senefelder."

13 2 Briefe des Freiherrn von Zach, Oberst und Director der Sternwarte in Gotha. 4 Seiten 8
vom 26. Januar und 28. April 1802 an Joh. A. Niedermayer, Lithograph in Regensburg
und 3 Seiten 8 vom 28. April 1802 an den dortigen Primas für Niedermayer über dessen
Uebersiedlung nach Gotha behufs Einführung der Lithographie.

Zwei für die Geschichte der Lithographie wichtige und interessante Dokumente.

14 Brief des Kaspar Stigl, Farben-I'abrikant in München, an Gombart & Co. in Augsburg, in
welchem von den Gebr. Senefelder und deren Thätigkeit in ironischer Weise gesprochen
wird. I Seite 4, eigenhändig, mit voller Unterschrift und Adresse. München. 15 Juni 1802.

15 Briet des Baron von Mayr, München, an Gombart Sz Co. über Senefelder. München.
14. Juni 1803. 3 Seiten 4, eigenhändig mit voller Unterschrift.

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