Amsler und Ruthardt <Berlin>   [Hrsg.]
Katalog der sehr werthvollen Sammlung von Künstler-Lithographien aus dem Besitze eines bekannten Berliner Kunstfreundes: enthaltend die kostbarsten und seltensten Blätter aus der Erfindungs und Blüthezeit der lithographischen Kunst in chronologischer Anordnung ... ; Versteigerung 20. März 1902 und folgende fünf Tage (Katalog Nr. 66) — Berlin, 1902

Seite: 21
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JOHANN STUNTZ, Vater der Electrine.

301 Die Kreuzigung Christi nach Altdorfer als Titelblatt zu dem 1810 erschienenen Stabat
mater. Kreide, fol. dat. 1810.

Aeusserst seltenes Blatt.

CARL THELOTT, Bildnissmaler und Kupferstecher, geb. 1793 zu Düsseldorf, bildete sich in München unter Langer
aus, machte Reisen zu den verschiedenen Höfen, wo er Bildnisse malte. Gest. 1830 in Augsburg.

302 Carl Graf und Herr zu Pappenheim, General-Major, General-Adjutant Seiner Majestät des
Königs von Bayern. Brustbild in Civil, gr. fol. um 1820.

Die einzige Lithographie, die Nagler von Thelott verzeichnet. Vorzügliches Blatt.

JOSEPH THURMER, Baumeister, geb. 1789 in München, studirte an der dortigen Akademie, in Italien und in
Griechenland. Wurde Professor und Akademiedirektor in Dresden. Starb 1833.

303 Die Burg zu Nürnberg, qu. fol. Ferchl pag. 64. Maillinger. 1817.

Dieses, sowie die folgenden Blätter gehören zu den interessantesten und feinsten frühen
Landschafts-Lithographien.

304 Bingen am Rhein, qu. fol. 1817.

305 Schloss Eppstein, qu. fol. 1817.

306 Kloster Maulbron. qu. fol. 1817.

307 Der Dom zu Speier. qu. fol 1817.

308 2 Blatt: Das Vorige; der Dom zu Bamberg, fol. u. qu. fol. 1817.

309 Relief von Blumen und Früchten, qu. fol. um 1815.

Aus einer in der Lithographischen Anstalt an der Feiertagsschule erschienenen seltenen Folge.

AEGIDIUS TOUCHEMOULIN, Zeichner, geb. um I78o, lebte längere Zeit in Wien, zuletzt in München. Er war einer
der ersten, welche die Lithographie vom künstlerischen Standtpunkte auffassten.

310 Soldat mit seinem Pferde, rechts im Hintergrunde ein Zelt. gr. qu. toi. Ferchl pag. 48
und Annalen. um 1803.

Ausserordentlich interessantes Blatt, welches in die Versuchszeit der Lithographie und zu den
allergrössten Seltenheiten gehört. Von Touchemoulin sind nur wenige Lithographien bekannt.

MAX JOSEPH WAGENBAUER, Maler und Lithograph, geb. 1774 zu Mark-Gräfing, bildete sich in München aus,
wo er Inspektor der Central-Gemäldegalerie wurde. Gest. 1829. Er schenkte der Kunst der Lithographie schon
von ihren Anfängen an grosse Aufmerksamkeit und hat an deren Entwickelung mitgewirkt. Die nachfolgenden
Blätter beginnen mit seinen seltenen ersten Versuchen, gehen dann zu den in den „Lithographischen Kunst-
produkten" 1805—1807 verausgabten schönen Blättern über und schliessen mit seinen Zeichenbüchern.

311 2 Blatt: Landschaften mit Bäumen, im Hintergrunde eine Kapelle und eine Burg. kl. qu. fol.
Diese Blätter sind nach Nagler die ersten Versuche Wagenbauers im Landschaftsbilde.
Ferchl Annalen, Ferchl pag. 46, Bouchot, Figaro Lithographe. V. K. d. G. 1800 und 1804.

Von höchster Seltenheit.

312 4 Blatt: Landschaften mit Bäumen, Brücken und Burgen, kl. qu. fol. Ebenso. 1802—1804.

313 5 Blatt desgleichen, kl. qu. fol. Ebenso. 1804.

314 6 Blatt: Pferde, Kühe und Schafe, kl. qu. fol. Ferchl Annalen. 1802—1803.

Die ersten Versuche Wagenbauers im Thierzeichnen, Blätter, welche kaum noch aufzu-
finden sind.

315 2 Blatt: Aus der Umgebung von München, qu. fol. Ferchl pag. 46. !804.

Zwei der feinsten frühen Blätter.

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