Amsler und Ruthardt <Berlin>   [Hrsg.]
Katalog der sehr werthvollen Sammlung von Künstler-Lithographien aus dem Besitze eines bekannten Berliner Kunstfreundes: enthaltend die kostbarsten und seltensten Blätter aus der Erfindungs und Blüthezeit der lithographischen Kunst in chronologischer Anordnung ... ; Versteigerung 20. März 1902 und folgende fünf Tage (Katalog Nr. 66) — Berlin, 1902

Seite: 37
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CHRISTOPH WILDER, geb. zu Nürnberg, wo er als Pfarrer zu St. Peter 1840 starb. Er war einer der geschicktesten
Dilettanten unter den damaligen Kupferstechern.

531 Neujahrskarte auf das Jahr 1812; gezeichnet nach Klengel 181!. kl. qu. foL Z. f. B. 1898.

1811.

532 Ansicht des fünfeckigen Thurmes zu Nürnberg vom Lande her. Kreide, kl. fol. Ferchl
pag. 57. 1812.

Sehr selten.

GUSTAV PHILIPP ZWINGER.

533 Zum neuen Jahre 1811. Allegorischer Neujahrswunsch. Kreide, fol. dat. 1811.

Sehr frühes und seltenes Blatt, unten rechts beschädigt.

RAVENSBURG.

LUDWIG GRADNAUER.

534 Die XII Monat zum Illuminiren. 12 Kinderscenen, in Originalumschlag, kl. fol. Vergleiche:

C. Lamparter, Gesch. des St. in W. um 1812.

Hochinteressante erste Erscheinung der Lithographie in Württemberg und von ausserordent-
licher Seltenheit.

535 XI Thiere. Feder. In Originalumschlag, kl. fol. Siehe Lamparter. um 1812.

Ebenso in jeder Beziehung.

STUTTGART.

CARL ANSFELD UND I. B. SEELE, Ersterer geb. j 784 zu Langensalza, Lehrer am Salzmann'schen Erziehungs-
Institut, Letzterer Carlschüler und später Galeriedirektor zu Stuttgart, gest. 1814.

536 Schillers Reiterlied aus Wallensteins Lager. Titelbild nach eigener Zeichnung lithographirt
von Seele. Titel und zwei Blatt Text lithographirt von Ansfeld. ein Blatt Notendruck mit
der Melodie von Zahn, lithographirt von Mo hl. gr. fol. Stuttgart und Tübingen. J. G.
Cotta'sche Buchhdlg. 1807. fol. Siehe Rapp, Geheimnisse des Steindrucks. Ferchl Annalen.
Z. f. B. 1897. V. K. d. G., Wien, Lamparter. Geschichte d. Lith. in Wttbg.

Es ist dies die erste und bedeutendste in Stuttgart erschienene Lithographie, von welcher im
Ganzen nur 150 Exemplare gedruckt sein sollen, ausserdem auch litterarisch interessant, da hier
das Lied einen Vers mehr hat als sonst. Goethe schrieb damals an Cotta: „Durch das Rciter-
lied haben Sie eine gute Probe abgelegt, was der Steindruck vermag". Von grösster Seltenheit.

S= Siehe die Abbildung _

H. RAPP. Begründer der er sten lithographischen Anstalt in Stuttgart, bedeutender Kunstkenner und Dilettant, machte sich
um die Ausbreitung der Lithographie in Württemberg sehr verdient. Von ihm stammen die ersten lithographischen
Blätter, welche er nicht mit seinem Namen, sondern „H. Rief" zeichnete.

537 Landschaft mit Bäumen am Flusse und Burg. Kreidezeichnung. Bez. H. Rief 1807. Stein-
druck. Neben No. 539 und 540 die ersten lithographischen Erscheinungen in Stuttgart,
kl. qu. fol. Ferchl pag. 52^53. Siehe C. Lamparter, V. K. d. G. 1807

Sehr selten.

538 Dasselbe Blatt.

Besonders feiner Abdruck. Ebenso.

539 Landschaft mit Badenden. Federzeichnung auf Stein. II. Rief. kl. qu. fol. Ferchl pag.
12—13, C. Lamparter. Abgebildet Z. f. B. 1898. bezeichnet 1807.

Ebenso bemerkenswerth, und besonders fein in Composit und Druck. Sehr selten.

540 Dasselbe Blatt.

Besonders feiner Abdruck.

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