Amsler und Ruthardt <Berlin>   [Hrsg.]
Aquarellen, Ölstudien, Handzeichnungen bedeutender Künstler meist des XIX.Jahrhunderts aus altem Berliner Privatbesitz: darunter reichhaltige Werke von Carl Blechen und Anselm Feuerbach ; ferner schöne und wertvolle Blätter von Buchhorn ... ; Kupferstiche, Radierungen, Holzschnitte, Lithographien und Werke von bekannten Künstlern derselben Zeit darunter eine reichhaltige Auswahl von Bildnissen und Darstellungen zur Geschichte von Brandenburg-Preussen, Alt-Berlin und Potsdam ; Versteigerung zu Berlin Dienstag den 28. bis Freitag den 31. Oktober 1913 (Katalog Nr. 96) — Berlin, 1913

Seite: 27
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HACKERT — HALLER VON HALLERSTEIN

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257 Zwei junge Italienerinnen haben sich auf einer Anhöhe im Schatten eines großen Baumes

gelagert, im Hintergründe weiter Blick in ein bergiges Flußtal. 64/46,8.

Ausgeführte Sepiazeichnung von schöner Bildwirkung. Bezeichnet ,,A Cajazzo 1798 Filippo

Hackert f.“

258 Ansicht einer bewachsenen Felsenschlucht am Monte Vergine bei Neapel, im Vorder-
gründe sitzt ein Italienerknabe im Schatten eines großen Baumes. 52/73,5.

Ebenso. Voll bezeichnet und datiert ,,a Monte vergine 1789 Filippo Hackert /.“

JOSEPH HAHN

Geboren 1839 in München, gestorben 1906 ebenda. Er war der Sohn eines Münchener Fabrikanten
und besuchte das Gymnasium in Scheyern, dann die Akademie in München, wurde Schüler von Th ater
und Adolf Stademann. Hahn war wesentlich Landschafter und beschäftigte sich fast ausschließlich
mit der Schilderung des oberbayerischen Landes. Seine Werke wurden zu seinen Lebzeiten nament-
lich in England sehr geschätzt. Er erhielt 1876 in London die goldene Medaille der großen Ausstellung.

259 Bauernhäuser unter hohen Bäumen in Lenggries. 17/25,5.

Bleistiftstudie. Bezeichnet und datiert.

260 Am Badersee, im Hintergründe die schneebedeckten Berggipfel. 17,5/23,2.

Malerisches Landschaftsbild. Ausgeführte Aquarelle. Voll bezeichnet und datiert Hahn p.

Am Badersee fee. 19. 4. 81“.

261 Bei Kufstein, mit Blick auf die massigen Ausläufer des Kaisergebirges. 21,5/37,5.

Reizvolle Naturstudie. Datiert ,,10. September 67".

262 Ansicht der Herrn-Insel mit Kloster Chiemsee. 15,5/24,5.

Ausgeführte Bleistiftzeichnung von bildmäßiger Wirkung. Bezeichnet und datiert ,,/. Hahn.

Herrn Insel 14. August 1883“.

263 Landschaftsstudie, im Vordergrund eine Holzbrücke, die über einen Bach zu den hinter

Bäumen sichtbar werdenden Häusern führt. 12,5/20.

Reizvoll aquarellierte Bleistiftzeichnung. Datiert ,,8. 10. 1902“.

EMIL HALLATZ

Geboren 1837 in Frankfurt a. O., gestorben 1888 in Friedenau. Geschätzter Tiermaler, welcher an der
Berliner Akademie unter Steffeck und später in Paris unter Troyon und Rosa Bonheur studierte.

Seine Arbeiten sind sehr geschätzt und befinden sich meistens in Privatbesitz.

264 Ein Schimmel, in einem schwach beleuchteten Stall, betrachtet einen Hund, welcher

aus seinem Wassereimer trinkt. 20,2/28,5.

Schöne, bildmäßig ausgeführte Zeichnung in Bleistift und Tusche für das Künstleralbum des

Professors Herrn. Weiß. Voll bezeichnet ,,E. Hailatz 77“. Dabei ein Brief des Künstlers an Pro-
fessor Weiß, worin er um die Erlaubnis bittet, diese Zeichnung reproduzieren lassen zu dürfen.

CHRISTOPH BARON HALLER VON HALLERSTEIN

Geboren 1771 in Hippoltstein, gestorben 1839 in Nürnberg. Nachdem er sich zuerst dem Studium der
Rechtswissenschaft gewidmet hatte, ging er zur Kunst über und bildete sich in Stuttgart unter Heide-
loff. Nach einer Studienreise in die Schweiz kam er 1800 nach Berlin und fand hier Gelegenheit, die
ganze königliche Familie zu porträtieren. Seine miniaturartig ausgeführten Bildnisse sind sehr reiz-
voll und anmutig und befinden sich fast ausschließlich im Privatbesitz. Später ließ sich Haller in
Nürnberg nieder, wo er Konservator der Gemäldegalerie und Lehrer an der Kunstschule wurde.

265 Bildnis eines anmutigen jungen Mädchens, mit niedergeschlagenen Augen. Brustbild

im Profil nach links. 9,2/7,4.

Miniaturartig ausgeführte Silberstiftzeichnung von größtem Liebreiz, leicht getuscht, auf Kreide-
papier. Voll bezeichnet ,,Bn de Haller inv. et fecit“.

1 Siehe die Abbildung auf Tafel XIII. ~

Amsler & Ruthardt, Berlin W 8. .

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