Amsler und Ruthardt <Berlin>   [Hrsg.]
Aquarellen, Ölstudien, Handzeichnungen bedeutender Künstler meist des XIX.Jahrhunderts aus altem Berliner Privatbesitz: darunter reichhaltige Werke von Carl Blechen und Anselm Feuerbach ; ferner schöne und wertvolle Blätter von Buchhorn ... ; Kupferstiche, Radierungen, Holzschnitte, Lithographien und Werke von bekannten Künstlern derselben Zeit darunter eine reichhaltige Auswahl von Bildnissen und Darstellungen zur Geschichte von Brandenburg-Preussen, Alt-Berlin und Potsdam ; Versteigerung zu Berlin Dienstag den 28. bis Freitag den 31. Oktober 1913 (Katalog Nr. 96) — Berlin, 1913

Seite: 33
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JOHANN ERDMANN HUMMEL

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JOHANN ERDMANN HUMMEL

Geboren 1769 in Kassel, gestorben 1852 in Berlin. Nachdem der kaum zwanzigjährige Künstlerseine
Lehrzeit beendet hatte, studierte er noch auf der Akademie seiner Vaterstadt und richtete sein Haupt-
augenmerk auf die Perspektive und Optik. 1792 zog er nach Italien, wo er bis zum Ausbruch der Re-
volution blieb. Auf den Rat des Herzogs von Braunschweig kam er 1800 nach Berlin, wo seine Arbeiten
mit großem Beifall aufgenommen wurden. Im Jahre 1809 wurde er Professor der Architektur, Perspektive
und Optik an der Königl. Akademie und führte während dieser Lehrtätigkeit zuerst die Projektions-
lehre und die geometrische Schattenkonstruktion ein. Seine Werke bildeten häufig das Tagesgespräch
der kunstliebenden Welt. Dieselben sind von schöner Larbenwirkung, und seine Gesetze der Perspektive
sind darin meisterhaft zur Anwendung gebracht. Die nachfolgend beschriebenen Zeichnungen und
Aquarellen des Künstlers sind ausnahmslos kunsthistorisch bedeutende Arbeiten und gestatten einen
interessanten Einblick in die von ihm geschaffene Projektionslehre.

306 Psyche eilt durch eine unwirtliche Landschaft zum Orkus, um den Auftrag der Venus aus-

zuführen und widersteht der Versuchung, einem alten Manne ein entfallenes Stück Holz
aufzuheben. 20,3/18.

Sorgfältig aquarellierte Lederzeichnung von bildmäßiger Wirkung. Unter der Darstellung eine hand-
schriftliche Beschreibung des Vorganges und voll bezeichnet ,,gez. Erdmann Hummel“.

307 Jason raubt unter dem Schutze der mächtigen Zauberin Medea das Goldene Vlies. Ent-

wurf für ein Gemälde. 28,5/37,4.

Ausgeführte Zeichnung in Leder und Tusche. Ein Riß unterlegt.

308 Dieselbe Darstellung in anderer Auffassung. Ebenso. 17,9/24,6.

Bleistift.

309 Familienidyll eines Centauernpaares in einem dichten Walde. 31,7/27,5.

Lederzeichnung, mit Sepia bildmäßig ausgeführt.

—~ Siehe die Abbildung auf Tafel IX. -

310 Dieselbe Darstellung in ähnlicher Auffassung. 29,5/32,5.

Flotter Entwurf in Bleistift.

311 Dieselbe Darstellung in anderer Auffassung. 22/22.

Ebenso. Dabei ein kleines Skizzenblatt mit einem flüchtigen Entwurf derselben Komposition
und mit zwei Pferdestudien.

312 Zwei Darstellungen zu Ovid’s Metamorphose ,,Philemon und Baucis" auf einem Blatte

nebeneinander. 14,6/40,5.

Tuschzeichnung.

313 Großer Entwurf für die Darstellung „Jupiter und Merkur bei Philemon und Baucis".

41/47-

Schöne Studienzeichnung in schwarzer Kreide. Auf der Rückseite zahlreiche kleine Skizzen,
darunter der Künstler selbst vor einer Staffelei sitzend, von rückwärts gesehen.

314 Zwei nackte Jünglinge mit umgeworfenen Gewändern zeigen ihrem erfreuten Hunde

einen erbeuteten Hasen. 23,9/18,8.

Federzeichnung, bildmäßig in Sepia ausgeführt.

315 Landschaft mit einer Kapelle auf einer Anhöhe, zu der ein breiter Weg hin auf führt.

14-2/23,5.

Reizvolle Naturstudie in Bleistift, auf der Rückseite eine Portraitstudie Goethe’s im Profil nach
rechts.

Amsler & Ruthardt, Berlin W 8.

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