Amsler und Ruthardt <Berlin>   [Hrsg.]
Aquarellen, Ölstudien, Handzeichnungen bedeutender Künstler meist des XIX.Jahrhunderts aus altem Berliner Privatbesitz: darunter reichhaltige Werke von Carl Blechen und Anselm Feuerbach ; ferner schöne und wertvolle Blätter von Buchhorn ... ; Kupferstiche, Radierungen, Holzschnitte, Lithographien und Werke von bekannten Künstlern derselben Zeit darunter eine reichhaltige Auswahl von Bildnissen und Darstellungen zur Geschichte von Brandenburg-Preussen, Alt-Berlin und Potsdam ; Versteigerung zu Berlin Dienstag den 28. bis Freitag den 31. Oktober 1913 (Katalog Nr. 96) — Berlin, 1913

Seite: 94
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/amsler_ruthardt1913_10_28/0100
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
94

BERLIN — HUMORISTISCHE DARSTELLUNGEN

1004 „Das will mein Herr aber nicht haben! — Un ich och nich, denn kann er et allene be-
halten!" Aus Berliner Metamorphosen. Humoristische Tierdarstellung. Idem lith. 4.

1005 „Marculf schickt Ihnen einen dummen Jungen.“ „Das seh’ ich." Zwei Studenten.
Idem lith. 4.

1006 „Ach Herr Je ’ne Pletzeü" Herr Beckmann als Mengler in dem Lustspiel: Endlich hat
er es doch gut gemacht. Bartsch lith. kl. fol. Selten.

1007 „En halb Pfund weißen Landsturm mit etwas Schlechten mang." Szene in einer Brannt-
weinschenke. Aus der Folge der Berliner Redensarten wie auch die Folgenden.
Dörbeck lith. 4. Altkoloriert.

Die auf nachfolgenden Zeilen beschriebenen Blättchen von Dörbeck, dem bekannten liebens-
würdigen Schilderer Berliner Sitten und Gebräuche, gehören zu einer Serie, welche der Künstler
unter dem Titel Berliner Redensarten erscheinen ließ und behandeln mit köstlichem Humor den
Witz und die Schlagfertigkeit des Berliners, wobei der Reiz der komischen Darstellungen durch
den darunterstehenden lustigen Text noch erhöht wird. Durch das gesteigerte Interesse, welches
seit einigen Jahren den Darstellungen zur Geschichte von Alt-Berlin entgegengebracht wird,
sind vor allen Dingen die Dörbeck?schen Scherzblätter ein beliebtes Sammelgebiet geworden und
gehören heute zu den größten Seltenheiten des Kunstmarktes.

1008 „Sie Mühlendamscher Jüngling, beplanschen Se uns nich de reene Strümpe mit Ihre
nasse Achte." Ein Ladendiener hat zwei Mädchen mit Wasser bespritzt. 4. Alt-
koloriert.

1009 „Na wat segste nu Flesch?! — Ihr jammert mir!“ Zwei Tagediebe verhöhnen einen
ehemaligen Bekannten, welcher herrschaftlicher Kutscher geworden ist. 4. Alt-
koloriert.

1010 „Wenn er nu nich geht, werd’ ick ihm gleich ens mit de Hundelaterne leuchten.“ Eine
Frau weist einen jungen Mann energisch aus der Küche. 4. Altkoloriert.

ion „Vor’n Sechser Cholera, aber’n Bisken Morbus mang." Ein Dienstmann kauft sich in
einer Branntweinschenke einen Schnaps. 4.

1012 „Ach Madamken, kofen Se enen Walddeiwel vor Ihre Kinder! dieser brummt recht
schön. — Lasse mir! ick kann mene Kinder allene wat vorbrummen!" Ein Knabe ver-
sucht einer alten Frau einen Waldteufel zu verkaufen. 4.

1013 „Nehmen Se et nich vor unjiitig, et is recht jern jeschehn; — Ick denke aber, en Bisken
Fett konte Ihnen jarnich schaden; — En Andermal, wenn’ts wieder so kommt, werd
ick’s besser machen." Ein Laternenanstecker hat einen Herrn mit Öl begossen. 4.

- Siehe die Abbildung. ——

Kunst-Auktion XCVI.
loading ...