Amsler und Ruthardt <Berlin>   [Hrsg.]
Handzeichnungssammlung eines süddeutschen Kunstfreundes: dabei Beiträge aus anderem Besitz ; deutsche Künstler des XVIII. Jahrhunderts, darunter eine ungewöhnlich reiche Auswahl von Daniel Chodowiecki ; umfangreiche Sammlung kostbarer deutscher Handzeichnungen des XIX. und XX. Jahrhunderts ... ; ferner hervorragende Arbeiten der bedeutenden ausländischen Künstler des XIX. und XX. Jahrhunderts ... ; Versteigerung Dienstag den 28. und Mittwoch den 29. Oktober 1924 (Katalog Nr. 105) — Berlin, 1924

Seite: 45
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KÜNSTLER VON ANFANG BIS MITTE DES XIX. JAHRHUNDERTS

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Kinderbüchern. Obgleich die Arbeiten Hosemanns seit einigen Jahren infolge des wachsenden
Interesses für die Geschichte der Reichshauptstadt ein beliebtes Sammelobjekt geworden sind,
werden sie im allgemeinen noch nicht genug gewürdigt- Lothar Brieger sagt daher auch mit Recht
in seinem Werk über Theodor Hosemann auf Seite 16: „Sicher wäre Hosemann heute so be-
kannt, wie er es verdient, hätte Menzel nicht gelebt und hätte die Welt nicht über dem einen
ganz großen Berliner Maler lange selbst diejenigen Berliner Maler vergessen, die auch keine
Zwerge waren. . . . Die reichhaltige Auswahl der hier ausgebotenen Bleistiftzeichnungen
dieses Künstlers behandeln fast ausschließlich tägliche Ereignisse aus dem Straßen- und Familien-
leben, die er in seinen Gemälden oder für Illustrationen verwandte. Mehrere dieser Blätter
sind in Briegers Hosemannwerk abgebildet, was bei jeder Nummer besonders vermerkt wurde.
Die folgenden Blätter sind beinahe ausnahmslos Bleistiftzeichnungen; es wurde daher bei diesen
Nummern von einem Beitext abgesehen und nur Abweichungen vermerkt. Mögen die reizvollen
Blätter dem künftigen Besitzer den gleichen Genuß bereiten, wie dem bisherigen Besitzer, und
den Zweiflern beweisen, daß die historisch gewordene Interessenlosigkeit des Berliners an der
Geschichte seiner Vaterstadt heute nicht mehr besteht und somit auch folgende Bemerkung
Heines über die Berliner in seiner „Reise von München nach Genua“ nicht mehr zutrifft. „Keine
Stadt hat nämlich weniger Lokalpatriotismus als Berlin.“

194 Studienblatt mit zahlreichen humorvollen Gruppen und Einzelfiguren zu des
Künstlers Gemälde: Dorfkirmes. 19,5x31,5 cm. Abgebildet im Hosemann-
werk von Brieger bei Seite 25 und hinter Seite 48.

Höchst charakteristische Zeichnung des Künstlers in Blei.

195 Der Ausrufer. Tagesneuigkeiten werden den Einwohnern einer Kleinstadt ver-
kündet, wofür ein alter Gemeindediener die Trommel schlägt. Studie für ein
Gemälde. 22,5x28,5 cm. Leider etwas beschädigt. Die linke Seite der
Zeichnung im Werk von Brieger vor Seite 9 abgebildet.

196 Dieselbe Darstellung etwas verändert. 22,5x26,5 cm. Rechte obere Ecke fehlt.

197 Studienblatt zum Auszug der Freiwilligen 1813. 10,5x12,5 cm.

198 Die drei Musikanten. Studie zu dem bekannten Gemälde, bzw. zu der Radierung
des Künstlers. In der linken oberen Ecke eine junge Mutter mit einem Kind
auf den Armen, daneben ein Knabe. 19,5x17 cm.

199 Der Sonntagsmorgen oder der verfehlte Zweck. Studie zu der gleichnamigen
Radierung aus der Folge der fünf Radierungen. Abbildung 27 im Werk von
Brieger. 12,5x18,5 cm.

200 2 Blatt: Ein Garde-Infanterist, halb von vorn und halb von rückwärts gesehen.
Studien zu den Militärblättern des Künstlers in Lithographie. Jedes Blatt
ca. 17,5x5,2 cm.

AUKTIONS-KATALOG 105 VON AMSLER & RÖTHARDT/ BERLIN W8
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