Amsler und Ruthardt <Berlin>   [Hrsg.]
Handzeichnungssammlung eines süddeutschen Kunstfreundes: dabei Beiträge aus anderem Besitz ; deutsche Künstler des XVIII. Jahrhunderts, darunter eine ungewöhnlich reiche Auswahl von Daniel Chodowiecki ; umfangreiche Sammlung kostbarer deutscher Handzeichnungen des XIX. und XX. Jahrhunderts ... ; ferner hervorragende Arbeiten der bedeutenden ausländischen Künstler des XIX. und XX. Jahrhunderts ... ; Versteigerung Dienstag den 28. und Mittwoch den 29. Oktober 1924 (Katalog Nr. 105) — Berlin, 1924

Seite: 67
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KÜNSTLER VON ANFANG BIS MITTE DES XIX. JAHRHUNDERTS

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328 Vater und Sohn tragen auf ihren Schultern einen Esel über einen Marktplatz,
von der erregten Menge verhöhnt und verfolgt. Schlußdarstellung auf dem
Münchener Bilderbogen „Die Bauern und der Esel“. Abgebildet bei Weigmann
auf Seite 299. 16,4x31,3 cm.

Humorvolle Darstellung. Prachtvolle Federzeichnung, welche als Vorlage zum Holzschnitt
des bekannten Bilderbogens diente. Bezeichnet „M.S.51“. Dabei ein Exemplar des Bilderbogens.

= Siehe die Abbildung auf Tafel 30 -

329 Reich verzierter Weinpokal; in der Mitte macht ein Künstler seiner Modellpuppe
eine Liebeserklärung. Humoristisch-satirische Darstellung auf den König
Pygmalion, der in Liebe zu einem aus Elfenbein geschnitzten Mädchen entbrennt.
Am Fuße des Pokals die drei aufgehängten Grazien, darunter die Inschrift:
„Dem deutschen Pigmalion“. 25,8x16,2 cm.

Sorgfältig ausgeführte Federzeichnung. Diese, wie die nachfolgende Zeichnung gehören
zu einer Serie von Entwürfen für Trinkgefäße, welche mehr oder weniger reich verziert sind
und welche in höchst launiger Weise teils in Darstellungen, teils durch Inschriften Anspielungen
auf politische Ereignisse oder auf Mitglieder des Frankfurter Parlaments behandeln.

330 Ein Bierkrug, bei dem eine Harfe mit Eichenkranz den Deckelknopf darstellt,
und auf dessen Leibung ein Gassenjunge einem davonfahrenden Wagen Steine
nachwirft. Mit der Inschrift „Dem mutigen Sänger“. 26x18,5 cm.

Ebenfalls sorgfältig ausgeführte Federzeichnung.

OTTO SPECKTER

geb. 1807 in Hamburg, gest. 1871 ebenda

331 In einer kleinen Bauernstube sitzt eine junge Frau in Gedanken versunken vor

einem gedeckten Tisch. Darunter die Worte „De junge Wetfru“. Entwurf zu
Claus Groth „Quickborn“, Seite 212. Hamburg 1856. 9,5x8,5 cm.

Sorgfältig ausgeführte Zeichnung in Feder und von großem Liebreiz. Vom Künstler
monogrammiert „O. S.“. Aus Sammlung Flinsch.

332 Hofhund und Pudel. 7,7x10,5 cm.

Reizende Hundedarstellung zu den Speckter-Hey’schen Fabeln. Schöne Federzeichnung.
Aus Sammlung Flinsch.

AUKTIONS-KATALOG 105 VON AMSLER & RUTHARDT / BERLIN W8
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