Amsler und Ruthardt <Berlin>   [Hrsg.]
Sammlung eines norddeutschen Kunstfreundes mit kleinen Beiträgen aus anderem Besitz: ein umfangreiches graphisches Werk des holländischen Altmeisters Rembrandt Harmensz van Rijn ; darunter zahlreiche frühe Plattenzustände und das äusserst seltene kostbare Hauptblatt "Die große Krankenheilung", genannt das Hundertguldenblatt ; Versteigerung zu Berlin, Donnerstag, den 30. Oktober 1924 (Katalog Nr. 106) — Berlin, 1924

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Nr. 214

KOSTBARE UND SELTENE BLÄTTER
AUS DEM GRAPHISCHEN WERK VON
REMBRANDT HARMENSZ VAN RIJN

Die hier zum Verkauf gelangenden Radierungen des Meisters gehören mit
unbedeutenden Ausnahmen zu einer Sammlung, welche vom Besitzer in
Friedenszeiten mit lebhaftem Interesse zusammengetragen wurde und woran er
sich in seinen Mußestunden erfreute. Wie alle Sammler seiner Zeit, welche
innerhalb ihrer Sammlertätigkeit irgend ein Ziel verfolgten, beteiligte er sich
regelmäßig bei den bekannten großen Kupferstichauktionen der Vorkriegszeit,
um durch Neuerwerbungen seine Sammlung zu verbessern oder zu erweitern.
Es befinden sich daher unter den angebotenen Blättern zahlreiche Exemplare
aus bedeutenden Sammlungen, deren Nennung schon allein ein Beweis für die
gute Qualität des betreffenden x\bdruckes bedeutet. Da es sein Bestreben war,
das graphische Werk Rembrandt’s vollzählig in seinen Mappen vereinigen zu
können, seine Geldmittel ihm aber leider nicht immer gestatteten, die nur selten
vorkommenden Hauptblätter zu erwerben, war er gezwungen, um seine Idee
ausführen zu können, diese kostbaren Seltenheiten einstweilen durch gleichzeitige
gute Kopien zu ersetzen, um dieselben später nach und nach gegen Originale
auszutauschen. Es befinden sich daher in dieser Sammlung zahlreiche sehr
interessante und sehr täuschende Kopien, darunter etliche, welche ebenso selten
sind, wie die Originale. Der Krieg mit seinen unglücklichen Folgen ist leider,
wie schon bei mancher anderen schönen Sammlung, die Ursache, daß die oben
erwähnte Absicht nicht ausgeführt werden konnte, und daß die Sammlung durch
eine Versteigerung zum Verkauf angeboten werden muß.

Die nachfolgend beschriebenen Radierungen Rembrandt’s sind, wie allgemein
üblich, nach dem Handbuch von Bartsch geordnet. Bei der Bestimmung der
Plattenzustände wurden die Angaben des kritischen Verzeichnisses von Seydlitz
und des Catalogue raisonne von Rovinski beachtet
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