Andreae, Bernard  
Motivgeschichtliche Untersuchungen zu den römischen Schlachtsarkophagen — Berlin, 1956

Seite: 101
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krieg von 184 Besonderes geleistet hatte (vgl. C. Jacopi, Clara Rhodos II 172 Nr. 3.
Segre, RivFil. 60, 1932, 446. Robert Rev. de Phil. Class. 3. Ser. 8, 1934, 284 Anm. I.
Kahler, Der große Fries 140 Anm. III 90.), tatkräftig beim Siege mitgewirkt hat. Eu-
menes war in dieser Zeit häufig schwer krank (Willrich in RE. VI, 1102). Es ist un-
wahrscheinlich, daß er selbst in der Schlacht zu Pferd mitgekämpft hat. Vielleicht ist
die eigentümliche Bewegung des Reiters über dem sich tötenden Anführer der Gal-
lier auf dem Gemälde eine absichtliche Verschleierung der Person des Feldherrn, die
sich aus dem zweifelhaften Anteil des Eumenes an Schlacht und Sieg und aus dem
Verhältnis von König und Bruder erklärt. Immerhin ist es bemerkenswert, daß das
Problem die Gesichtszüge einer kämpfenden Person zu verdecken, beim Perikles auf
dem Schild der Parthenos in ganz ähnlicher Weise gelöst ist (vgl. Dio Chrysost.,
Orat. 12, 6 p. 373 = SQ 668. — Abb.: Corolla Curtius Taf. 18, 1, N.) Diese Über-
einstimmung ließe sich bei einem Gemälde, hinter dem die Tradition der gan-
zen klassischen Kunst steht, sogar als bewußte Nachahmung erklären. Doch ist dies
so sehr Vermutung, daß es mit dieser Bemerkung genug sei.

289. Ma§, Komposition 23.

290. Fuhrmann, Philoxenos.

291. Matj, ÖJh. 39, 1952, 67.

292. Wilken in RE. II 2169 (s. v. Attalos). Willrich in RE. VI 1094 (s. v. Eumenes). IvP.
Nr. 165.

293. Schober, ÖJh. 31, 1938/39, 142. Ders., RM. 54, 1939, 89. Ders., ÖJh. 32, 1940 Beibl.
73. Ders., Die Kunst von Pergamon 124 ff.

294. B. Schweiber, Das Original der sog. Pasquino-Gruppe, AbhLeipz. 43, 1936 Nr. 4, 97.
Schober, RM. 54, 1939, 89.

295. Schweiber, AA. 1939, 405.

296. Schober, ÖJh. 32, 1940 Beibl. 73.

297. Michaelis, Jdl. 8, 1893, 131. Schweiber, AA. 1939. 412.

298. U. v. Wilamowitj-Moellendorff, Antigonos von Karystos, Phil.Unters. IV 7. B.
Schweiber, Das Original der sog. Pasquino-Gruppe, AbhLeipz. 43, 1936 Nr. 4, 96
u. AA. 1939,410.

299. Löwy, IGB. 118. A. Reinach in Melanges Holleaux 250. G. Klaffenbach und P.
Roussel bei Schweiber, AA. 1939, 407 f.

Wenn man, wie es auch Schober, ÖJh. 32, 1940 Beibl. 78 will, diese Inschrift dem
älteren Pyromachos zuweist, darf man in dem merkwürdigen Denkmal Löwy, IGB.
496 kein soweit verbindliches Zeugnis sehen, daß man aus dem Attribut König
schließt, es handle sich um ein Bildwerk aus der Zeit Eumenes des Zweiten (vgl.
Schober, ÖJh. 32, 1940, Beibl. 78). Es heißt in der Inschrift der Säule, man berichte,
dies sei ein Bildnis des Königs Eumenes gewesen. Dargestellt ist aber eine lang-
gewandete Frau, die nicht Eumenes sein kann. Auch weist die Form "fertur . . ."
darauf hin, daß hier nicht eine Inschrift überseht worden ist. Das ganze ist also
zu unsicher, um gesicherte Daten ins Schwanken zu bringen. Das würde es aber,
wenn man daraus schlösse, daß Nikeratos zur Zeit des Königs Eumenes (197—159)
noch gelebt habe. Wenn er nämlich mit dem älteren Pyromachos zusammengearbei-
tet hat, was durch die delische Inschrift Löwy, IGB. 118 erwiesen scheint, so muß
er spätestens 280 geboren sein, da Pyromachos nach 260 kaum noch gearbeitet hat.
Nikeratos wäre dann beim Regierungsantritt des Eumenes II. (197) über 80 Jahre
alt gewesen.

300. Plinius zitiert stets nach der ÖKur) der Künstler; vgl. A. Kalkmann, Die Quellen
des Plinius 12.

301. Es ist merkwürdig, daß die Pliniusstelle 35, 46 in der Diskussion zwischen Schober
und Schweiber keine Rolle gespielt hat. Das wird daran liegen, daß man das Wort

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