Andreae, Bernard  
Studien zur römischen Grabkunst — Heidelberg, 1963

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Zeit233 finden wir das übliche Schema des Proserpinaraubes dargestellt (A 10). Wir
lesen aber darüber ABREPTIO VIBIES. Vibia ist an die Stelle von Proserpina getre-
ten. Der Vorgang des Hinscheidens ist in ein mythisches Gewand gekleidet, der
dahinraffende Tod in der Gestalt Plutos allegorisch personifiziert234. Es ist die gleiche
allegorische Identifizierung mit Heroen und Heroinen des griechischen Mythos, die
auch dem Brauch zu Grunde liegt, den Hauptfiguren mythologischer Szenen auf
"> Sarkophagen die Porträtzüge der Grabinhaber zu geben.

4. Der Herakleszyklus

Die Mythen von Alkestis, Protesilaus und vom Raube der Proserpina auf dem
| Velletrisarkophag sind als Allegorien über den_Tod und das Weiterleben nach dem
iTode zu verstehen. Aber nicht nur darüber, sondern auch über das vorbildliche
Leben auf Erden, das die Belohnung mit einem angenehmen Leben im Jenseits
garantiert, werden auf römischen Grabdenkmälern Allegorien vorgetragen. In
( diesem Sinne ist es zu verstehen, wenn hier immer wieder Darstellungen der Taten
j des Herakles begegnen235.

AFGYPAS

Abb. 6. Ostia, Grab des P. Aelius Maximus. Stuckrelief: Herkules im bacchischen Thiasus.

Nach: NSc. 1928, 156 Abb. 18.

233 S. o. 28 B 20.

231 Ygj_ dazu auch CIL. VI 7898: Pluto rapuit me ad infera templa.

235 Robert, SR. III 2, 115ff. Nr. 98-143. J. Bayet, Mel. 39, 1921, 219ff. P. Mingazzini,
MemLinc. 1, 1925, 484ff. Schweitzer, Jdl. 46, 1931, 238. Cumonta. O. 22ff. Ein Herakles-
zyklus begegnet auch auf einem Stuckfries des hadrianischen Grabes 95 der Isola Sacra
von Ostia: Calza, La necropoli del Porto di Roma 108 Abb. 43. Herakles mit Kerberos in
dem Grab in Beirut aus Tyrus: Fink a. O. Taf. 24. Herkules' Himmelfahrt auf der Igler
Säule: Dragendorff-Krüger, Das Grabmal von Igel (1924) 71 f. Taf. 8. Herkules als Seliger
im Bunten Grab an der Via Latina: Wadsworth, MemAmAcRome 4, 1924 Taf. 28. Vgl.
auch hier Abb. 6.
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