Andreae, Bernard  
Laokoon und die Kunst von Pergamon: die Hybris der Giganten — Frankfurt a.M., 1991

Seite: 31
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Zusammenstöße mit den Galliern, die mit dem 227
v. Chr. ermordeten Seleukidenprinzen Antiochos
Hierax, mit dessen 226 v. Chr. gestorbenem Bruder
Seleukosll. und dessen 223 v. Chr. von einem Gal-
lier umgebrachtem Sohn SeleukosIII. verbündet
waren. Spätestens damals wurde das große Gallier-
denkmal geschaffen, in dem die Kunst von Perga-
mon zum ersten Mal mit einem epochalen Werk
hervortritt.

Die eigentümliche Bildung des Haupthaares der
großen Gestalten (Abb. 25, 27) dieses Weihge-
schenks gibt ein besonderes Merkmal der Gallier
wieder, bei denen struppige Haare zum Erschei-
nungstypus und zur Frisurmode gehörten. So be-
richtet zum Beispiel Diodor (5, 28, 2—3): »Die Gal-
lier benetzen ihr Haar immerfort mit Gipswasser
und streichen es von der Stirne rückwärts gegen den
Scheitel und den Nacken, so daß ihr Aussehen dem
der Satyrn und Pane gleicht. Die Haare werden
nämlich durch diese Behandlung immer dicker, so
daß sie sich von einer Pferdemähne nicht mehr un-
terscheiden.«

27 Kopf des Galliers
(Abb. 26).
Die Kelten benetzten ihre
Haare ständig mit Gips-
wasser und bürsteten sie
in Büscheln hoch.

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